Camp David 2000

 

 

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Unvergessen sind die heute historischen Versuche des ehemaligen Pr�sidenten der USA Clinton in Camp David die Verhandlungsf�hrer Ehud Barak und Jassier Arafat zu einer Einigung zu bewegen.

Oft schon hat man sich gefragt, warum Arafat diese historische Chance abgelehnt hat und 4 Monate sp�ter die T�r des Terrors gegen Israel ge�ffnet hat. 

Die Terrorintifada - gleich ob mit Arafats Wissen, Duldung oder Anordnung - war die mittelbare Folge seines politischen Kalk�ls.

Shlomo Ben-Ami, Israels ehemaliger Au�enminister, berichtet �ber Camp David im Juli 2000, wo er als Verhandlungspartner ma�geblich beteiligt war, von den Kompromissangeboten Israels an die Pal�stinenser. Ausgangspunkt war - nach Ben Ami - Israels Friedensplan, in welchem Israel den Abzug aus 88 % des Territoriums von Jud�a und Samaria (Westjordanland) anbot. Israel erh�hte im Verlauf auf 92 % und bot zuletzt 97 % der Fl�che an sowie die Bereitschaft zur Teilung der Souver�nit�t in der Hauptstadt Israels Jerusalem, inklusive der Altstadt. Die pal�stinensische Seite (sprich: PA-Pr�sident Arafat) lehnte in Camp David die Vorschl�ge ab. �ber die Hintergr�nde berichte Ben-Ami erstmalig:

 

"Der Tag an dem der Frieden starb"

(�bersetzung eines Interviews von Ari Shavit mit dem ehemaligen israelischen Au�enminister Shlomo Ben-Ami, erschienen in Haaretz am 13.09.2001.

 

Wieso endete ein Friedensprozess, der mit solch gro�en Hoffnungen begonnen hatte, in einer Intifada? Was geschah wirklich in Camp David? Der fr�here israelische Au�enminister Shlomo Ben-Ami f�hrte dort ein Tagebuch; in einer Unterhaltung mit Ari Shavit enth�llt er zum ersten Mal, warum die st�rmischen Verhandlungen fehlschlugen.

Er sagt, dass er nicht traurig ist, nur sehr beunruhigt. Beunruhigt im wahrsten Sinn des Wortes. Innerhalb von vier oder f�nf Jahren wird es im Nahen Osten nukleare Waffen geben und es stellt sich heraus, dass der Friedensprozess nicht das ist, was wir dachten, dass er sei. Es stellt sich heraus, dass der pal�stinensische Partner nicht das ist, was wir dachten, dass er sei. Und die nationale Einheitsregierung ist gel�hmt; sie tut nichts, sie ist nicht f�hig, etwas zu tun. Die Linke weigert sich, sich f�r irgendeine Bestandsaufnahme zu engagieren; die Rechte weigert sich, sich in Richtung irgendeiner Art von L�sung zu bewegen. Und Yassir Arafat rast mittlerweile innerhalb dieses Vakuums mit uns zur�ck in die Mitte der 70er Jahre und Ariel Sharon in die 50er. Sogar hier in Kfar Sava kann man nachts das Schie�en h�ren. Jede Nacht kann man beinahe die ganze Zeit das Schie�en aus der Ferne h�ren.

Shlomo Ben-Ami ist auch nicht besonders gl�cklich. In Jerusalem hat gerade der fr�here Polizeichef des N�rdlichen Distrikts, Alik Ron, seine Zeugenaussage gemacht, und zwar vor der Untersuchungskommission, die die Reaktion der Polizei auf Krawalle in arabischen D�rfern im letzten Oktober untersucht; hierbei wurden 13 der Demonstranten erschossen. Dann zeigt das Fernsehen Filmmaterial �ber die Vorwahlen der Arbeiterpartei, an denen Ben-Ami sich nicht beteiligt hat. Selbst wenn das Telefon klingelt und EU�s Javier Solana in der Leitung ist �er wird in flie�endem Spanisch �ber irgendeinen Gedanken unterrichtet, der vielleicht irgendeinen Fortschritt bez�glich eines �bereinkommens bringt- kann man nicht �ber das Gef�hl hinwegkommen, dass Shlomo Ben-Ami sehr stark mit seinen eigenen Gedanken und �berlegungen besch�ftigt ist. Und mit seiner Bestandsaufnahme.

Mit Hilfe eines schweren Stapels an Dokumenten, den er aus einem anderen Raum holt, versucht er zu erkl�ren, was hier tats�chlich passiert ist. Was falsch gelaufen ist. Das T-Shirt, das er tr�gt, ist aus Camp David, eine Art amerikanisches Sommerlager-T-Shirt von einem Sommerlager, das nicht sehr erfolgreich war.

Aber Ben-Ami, der Ehud Baraks Repr�sentant in den Friedensverhandlungen war, versichert immer wieder, dass Camp David nicht der springende Punkt war; dass jeder, der sich auf Camp David beschr�nken m�chte, keine Ahnung h�tte. Diese zwei Wochen in Maryland, die die Aufmerksamkeit der Welt fesselten, sind nur ein Teil des Puzzles.

Ben-Amis Charme ist nicht verblasst. Seitdem die gro�e Anspannung der politischen Macht etwas abgenommen hat, ist er locker; er l�chelt und hat einen fesselnden Sinn f�r Humor. Seine Analysen sind tiefgehend und komplex. Seine Sinnzusammenh�nge sind mehrsprachig und multikulturell. Wenn er seine Lesebrille auf seine Nasenspitze setzt und aus dem Tagebuch, das er in diesen verh�ngnisvollen Tagen geschrieben hat, zu lesen beginnt, scheint es, als wollte er versuchen zu verstehen.

Shlomo Ben-Ami, welches waren die Thesen, die Sie und den Premierminister, Ehud Barak, dazu gef�hrt haben, sich im Fr�hling 2000 auf den Weg zu machen, um den israelisch-pal�stinensischen Konflikt zu beenden?

�Wir hatten eine Anzahl von Arbeitsthesen, aber ich denke, die wichtigste von ihnen war die Hauptthese, die von den Amerikanern, den Europ�ern und der israelischen Mitte und Linken seit Jahren geteilt wurde: dass Oslo eine vern�nftige Ordnung im Nahen Osten geschaffen hat, die auf Geben und Nehmen basiert und die in der Zukunft zu einem akzeptablen Kompromiss f�hren kann; dass 1993 gewisserma�en ein pal�stinensischer Staat gegr�ndet worden war, zumindest was geregelte internationale Beziehungen betrifft. Im R�ckblick hat sich dies als falsche These erwiesen. Es stellte sich heraus, dass Oslo f�r Pal�stinenserf�hrer Yassir Arafat ein riesiges Tarnnetz gewesen ist, das er gewoben hat und immer noch weiter webt; er benutzt politischen Druck und Terrorismus in unterschiedlichen Dosen um die eigentliche Idee von zwei Staaten f�r zwei Nationen ins Wanken zu bringen.�

Lassen Sie uns an den Anfang zur�ckgehen � zu Ihren ersten Gespr�chen mit Herrn Barak, bei denen er Ihnen die Verantwortung f�r die Verhandlungen �bertrug. An welche Art von territorialem Kompromiss hatten Sie damals gedacht?

�Bei einem unserer ersten Treffen zeigte Barak mir eine Landkarte, die den Jordangraben zeigte und die eine Art �berarbeiteter Allon-Plan war (formuliert in den 70er Jahren von Yigal Allon, basierend auf einem territorialen Kompromiss). Er war auf die Tatsache stolz, dass seine Landkarte Israel etwa ein Drittel der Territorien lassen w�rde. Wenn ich mich richtig erinnere, gab er den Pal�stinensern nur 66 % des Landes. Ehud war �berzeugt, dass die Landkarte �u�erst logisch sei. Er hatte eine Art von g�nnerhaftem Wunschdenken, eine naive Einstellung. Er sagte enthusiastisch: �Schau, dies ist ein Staat, es sieht in jeder Hinsicht wie ein Staat aus.��

�Zu diesem Zeitpunkt diskutierte ich nicht mit ihm. Ich sagte ihm nicht, er solle die Landkarte in den M�ll werfen oder einen Drachen daraus bauen. Aber sp�ter, infolge der vorr�ckenden Gespr�che mit den Pal�stinensern und internen Kl�rungen, verstand er, dass es unm�glich war, solch eine Karte in der �ffentlichkeit zu pr�sentieren.�

Mit welchen Voraussetzungen gingen Sie dann in die Verhandlungen? Welches war die offizielle israelische Position, die Sie und Gilad Sher den Pal�stinensern in Stockholm im Mai 2000 pr�sentierten?

�In Stockholm brachten wir eine Landkarte mit einem Territorienverh�ltnis von 12 zu 88 auf den Tisch. Wir forderten drei Siedlungsbl�cke (Etzion, Ariel und das Gebiet von Jerusalem) und eine Sicherheitszone im Jordangraben �ber einen Zeitraum von 20 Jahren. Gem�� der Landkarte, die wir pr�sentierten, w�rde der Jordan selbst unter israelischer Souver�nit�t bleiben, um dem Waffenschmuggel vorzubeugen und um jeder Verletzung der Vereinbarungen zur Entmilitarisierung zuvorzukommen. In Stockholm lehnten wir auch den Gedanken eines Gebietsaustausches ab. Unser Konzept bestand darin, dass die Westbank und der Gazastreifen der Boxring waren, in dem alle Probleme gel�st werden mussten.�

Wie reagierten die Pal�stinenser darauf?

�Sie wollten sich die Landkarten nicht ansehen. Abu Ala hatte zu mir gesagt: �Shlomo, nimm die Karte weg.� Und in privaten Gespr�chen hatte er mich bedr�ngt: �Welchen Prozentsatz meinst du wirklich?� Und doch hatten wir im G�stehaus des Premierministers von Schweden, wo man diesen wunderbaren Blick hatte, und das am Ufer eines Sees lag, der zu sch�n ist, um ihn zu beschreiben, die besten Gespr�che �berhaupt. Die Umgebung war ruhig, die Atmosph�re war gut, die gegenseitige Ann�herung war pragmatisch. Wir konnten einen schriftlichen Rahmen f�r eine Vereinbarung entwickeln und wir haben es sogar geschafft, Experten f�r internationales Recht f�r den korrekten juristischen Aufbau der Vereinbarung zu konsultieren. Unsere Einsch�tzung war, dass wir wirklich auf dem Weg zu einem israelisch-pal�stinensischen Friedensabkommen waren.�

Welche Abkommen haben Sie dort erreicht?

�Das Wort �Abkommen� ist zu bindend. Nichts wurde beschlossen. Aber es gab Verst�ndnis f�r das Bed�rfnis der Siedlungsbl�cke und es gab Verst�ndnis, dass die Pal�stinenser in Bezug auf die Sicherheit flexibel sein w�rden. Bez�glich des Themas �Fl�chtlinge� entwickelten wir ein vollst�ndiges Konzept, das auf einer L�sung von arabischen Gastgeberstaaten, dem pal�stinensischen Staat, L�ndern wie Kanada und Australien und der Familienzusammenf�hrung in Israel basierte. In Stockholm sprachen wir �ber zehn- bis f�nfzehntausend Fl�chtlinge, die in Israel in einer Periode von einigen Jahren aufgenommen werden w�rden.�

�Abu Ala und Hasan Asfour akzeptierten diese Zahlen nicht, aber sie zeigten Bereitschaft, in erforderliche Gespr�che einzusteigen und �ber Zahlen zu diskutieren. Was das Thema der Territorien anging, so hatten wir auch hier das Gef�hl, dass wir uns auf halbem Wege treffen w�rden. In einem Gespr�ch, das wir nach Stockholm im Hotel Holiday Inn in Jerusalem hatten, stimmte Abu Ala eindeutig 4 % Land zu, das in H�nden Israels bleiben sollten. Wir hatten also das Gef�hl, dass ein Abkommen in greifbarer N�he war.�

Und Jerusalem?

��ber Jerusalem wurde �berhaupt nicht diskutiert. Barak wollte das nicht. Ich denke, dass dies ein Fehler war. Wenn wir �ber Jerusalem diskutiert h�tten, w�ren wir besser vorbereitet nach Camp David gekommen. Aber Barak hatte Angst vor undichten Stellen und auch davor, dass die eigentliche Diskussion �ber Jerusalem die Regierung destabilisieren und die Regierungskoalition in Gefahr bringen w�rde. Deshalb blieb der Jerusalem-Paragraf in den Entw�rfen ein wei�es Blatt Papier. Sogar das regte Barak auf. Man kann auf den Dokumenten, die wir im Mai ausgearbeitet haben, einen Kommentar in seiner Handschrift sehen: Barak zog es vor, dass nicht einmal die �berschrift des Jerusalem-Paragrafen gedruckt erschien.�

Welche Richtung nahm der Prozess nach den Gespr�chen in Stockholm und vor Camp David? Wenn ich Sie im Juni oder Juli 2000 gefragt h�tte, worin man w�rde �bereinstimmen k�nnen, was h�tten Sie gesagt?

�Offiziell entfernten wir uns nicht von der 12/88er Landkarte in Stockholm und auch nicht vom Prinzip, dass es keinen Gebietsaustausch geben w�rde. Aber in Gespr�chen unter vier Augen sprach ich �ber 8 bis 10 %, die unter israelischer Kontrolle bleiben w�rden. Wie ich Ihnen sagte, sprach Abu Ala �ber 4 %. Soviel ich wei�, erhielt der amerikanische Pr�sident Bill Clinton vor Camp David von den Pal�stinensern ein Versprechen �ber 2 % Land, das in den H�nden der Israelis bleiben sollte. Also kann man annehmen, dass wir �ber 90 % gegangen w�ren und die Pal�stinenser �ber 4 % und dass wir uns irgendwo in der Mitte getroffen h�tten. Was das Thema �Territorien� angeht, so h�tte Clinton sagen k�nnen, dass die beiden Seiten zwar nicht in der Quantit�t �bereinstimmen, aber im Prinzip.�

�Was in den Gespr�chen, die unmittelbar nach Stockholm stattfanden, klar wurde, war, dass die Pal�stinenser eine gewisse Flexibilit�t bez�glich der Siedlungsbl�cke zeigen w�rden. Aber bez�glich der Ostgrenze und dem Jordangraben waren sie unnachgiebig. Sie forderten eine L�sung f�r die Jordangrenze und zu diesem Zeitpunkt waren wir nicht gewillt, ihnen daf�r eine Garantie zu geben.�

Und was war mit Jerusalem und den Fl�chtlingen?

�Es gab �berhaupt keine detaillierten Gespr�che �ber Jerusalem. Das einzige war ein Versprechen, das Arafat uns w�hrend eines Gespr�chs in Nablus gab und das lautete, dass die Klagemauer und das J�dische Viertel uns geh�ren sollten. Er sprach lang �ber seine Erinnerungen, wie er selbst in den 30er Jahren mit j�dischen Kindern in der N�he der Klagemauer gespielt hatte. Er wei�, dass die Mauer uns geh�rt. Einige der anderen Pal�stinenser erw�hnten einige Male Gilo und zwar auf eine Art und Weise, die darauf schlie�en lie�, dass sie die j�dische Nachbarschaft im Ostteil Jerusalems akzeptierten.�

�Aber bez�glich der Frage der Fl�chtlinge gab es so etwas wie eine r�ckl�ufige Entwicklung in der Zeit zwischen Stockholm und Camp David. Abu Mazen �berzeugte Abu Ala davon, in keine Diskussion �ber Zahlen zu verfallen, sondern am Prinzip �Recht auf R�ckkehr� festzuhalten. Nach unseren Treffen brachte Abu Ala das gemeinsame pal�stinensisch-israelische Dokument von Abu Ala und Yossi Beilin und zeigte mir, wie viele Vorbehalte Abu Mazen bez�glich dieses Dokuments hatte, ganz besonders im Blick auf die Fl�chtlinge.�

��brigens, nicht nur Abu Mazen hatte Vorbehalte bez�glich dieses Dokuments, sondern auch Arafat. Als ich Arafat in einem Gespr�ch, das wir einige Monate sp�ter in Gaza abhielten, danach fragte, wiederholte er ver�chtlich: �Worte, Worte.��

Welches waren die Startpositionen der Israelis w�hrend des Treffens in Camp David Mitte Juli? Welches war die offizielle israelische Position bei diesem Friedensgipfel?

�Die Landkarte, die ich in Camp David in Gegenwart von Pr�sident Clinton dem pal�stinensischen Team zum sorgf�ltigen Studium auf den Tisch legte, war die 12/88er Landkarte. Zwischen Stockholm (Mai 2000) und Taba (Januar 2001) pr�sentierten wir den Pal�stinensern offiziell keine andere Karte. Wir stimmten nicht zu, unseren offiziellen Standpunkt zu �ndern, bevor auf ihrer Seite keine Bewegung zu erkennen war. Und weil es diese Bewegung auf ihrer Seite nicht gab, pr�sentierten wir auch keine neuen Landkarten.�

�Aber inoffiziell war es klar, dass wir f�r die 8 bis 10 % bereit waren. Wir wehrten uns noch gegen einen Gebietsaustausch. Und wir forderten noch, dass Jerusalem ungeteilt unter unserer Herrschaft blieb.�

�Die Pal�stinenser dagegen bestanden darauf, dass die Gespr�che mit einer Anerkennung der 1967er Grenzen durch Israel begann. Sie waren in diesem Punkt sehr unnachgiebig. Ich werde nie eine Diskussion vergessen, die wir in Gegenwart von Pr�sident Clinton, Au�enministerin Madeleine Albright und Sandy Berger (Berater in Fragen der nationalen Sicherheit) hatten. Ich schlug vor, dass wir die Diskussion auf der Basis der Hypothese der 1967er Grenzen beginnen, ohne uns jedoch an diese Hypothese zu binden. Abu Ala weigerte sich vehement, auf diese Annahme einzugehen. Er bestand darauf, dass wir zu allererst die Grenzen vom 4. Juni 1967 (vor dem Sechstagekrieg) anerkennen sollten.�

�Nach einer Weile war Clinton am �berkochen und begann f�rchterlich zu schreien. Er sagte zu Abu Ala, dass dies hier keine Rede vor den Vereinten Nationen sei und dass die Pal�stinenser ihre eigenen positiven Vorschl�ge auf den Tisch bringen sollten. Clinton schrie, dass niemand alles von dem bekommen k�nnte, was er wollte und dass auch er gern eine dritte Amtszeit als Pr�sident regieren w�rde, aber er w�sste, dass dies nun mal unm�glich sei. Er wurde total rot, stand schlie�lich auf und stolzierte hinaus. Abu Ala war zutiefst beleidigt. Von diesem Moment an war das Herumfahren auf dem Golfrasen beinahe das einzige, was er noch in Camp David tat.�

Machten die Pal�stinenser keinen Gegenvorschlag?

�Nein, und das ist der Kern der Angelegenheit. Es gab in den Verhandlungen zwischen uns und den Pal�stinensern keinen einzigen pal�stinensischen Gegenvorschlag. Es gab keinen und es wird niemals einen geben. Deshalb befindet sich der israelische Unterh�ndler immer in einem Dilemma: Entweder stehe ich auf und gehe hinaus, weil diese Jungs nicht bereit sind, von sich selbst aus weiterf�hrende Vorschl�ge zu machen oder ich mache ein weiteres Zugest�ndnis. Am Ende macht auch der moderateste Unterh�ndler die Erfahrung, dass es kein Ende dieses Ablaufes gibt.�

Gab es jemals einen Moment, an dem es schien, dass die Dinge sich �nderten? An dem es schien, dass in Camp David eine Art Durchbruch erreicht werden k�nnte?

�Als das Gef�hl vorhanden war, dass wir auf der Stelle treten, organisierte der Pr�sident ein Simulationsspiel, das eine ganze Nacht lang dauerte, bis zum Mittag des n�chsten Tages. Der Schl�ssel des Spiels war, dass die F�hrer nicht daran teilnahmen. Die Teilnehmer waren Gilad Sher, Yisrael Hasson und ich gegen Saeb Erekat, Mohammed Dahlan und einen pal�stinensischen Juristen aus Oxford.�

�In diesem Spiel brachten wir zum ersten Mal einen Vorschlag �ber Jerusalem ein. Der Vorschlag lautete, dass die �u�ere H�lle der arabischen Nachbarschaft der Stadt unter pal�stinensischer Hoheit sein sollte, die innere H�lle sollte unter einer funktionsf�higen Autonomie sein, die Altstadt unter einer speziellen Regierungsform und der Tempelberg unter dauernder pal�stinensischer Treuh�nderschaft. Clinton war mit unserem Vorschlag sehr zufrieden. Ehud dachte auch, dass wir einen mutigen Schritt getan hatten �das war noch bevor er seine eigenen mutigen Entscheidungen getroffen hatte- und es war eine Art von Durchbruch, der den Prozess aus seiner Sackgasse holte.�

Wie war die pal�stinensische Reaktion?

�Entt�uschend. Der Jurist aus Oxford sagte, dass sie eine Entsch�digung f�r all die Jahre der Besatzung fordern w�rden. Saeb Erekat sprach in Gegenwart von Clinton auf gleicher Ebene. Ich konnte mich nicht beherrschen und explodierte. Ich sagte ihnen, dass sich die Unterh�ndler der zionistischen Bewegung am Vorabend der Gr�ndung des j�dischen Staates nicht so nonchalant benommen h�tten wie sie das nun tun w�rden. Ich fragte sie, welche von beiden Seiten hier eigentlich einen Staat gr�nden wolle � wir oder sie. Ich war total frustriert, weil wir solch einen kreativen und flexiblen Schritt nach vorne gegangen waren und einen der besten Augenblicke dieser Verhandlungen erreicht hatten und sie konnten sich nicht von ihrer Stichelei, von ihrem Bed�rfnis nach Rechtfertigung und von ihrer Opferrolle trennen.�

�Doch die Dinge bewegten sich noch positiv vorw�rts. Clinton ging zu Arafat und f�hrte ein hartes Gespr�ch mit ihm. Als Arafat die schwierige Lage sp�rte und merkte, dass er vor einem Abgrund stand, machte er schlie�lich eine Art von Gegenvorschlag. Er teilte Clinton mit, dass er bereit sei, auf 8 bis 10 % der Territorien zu verzichten.�

Sie sagen, dass Yassir Arafat in einem Gespr�ch mit Clinton am 16. Juli 2000 zustimmte, Israel etwa ein Zehntel der West Bank zu geben?

�Ich zitiere Ihnen, was ich am 17. Juli in mein Tagebuch geschrieben habe: �Gestern machte Arafat Clinton einen Gegenvorschlag aufgrund des Szenarios der vorangegangenen Nacht. Er ist bereit, zwischen 8 und 10 % des Territoriums herzugeben. Er sagte Clinton: Ich �berlasse Ihnen die Angelegenheit des Tausches der Territorien. Sie entscheiden. Er ist mit Sicherheitsvorkehrungen, die getroffen werden, einverstanden. Er legt Wert auf eine internationale Macht. Wir werden auch eine L�sung f�r das Fl�chtlingsproblem finden. Alles steht oder f�llt nun mit Jerusalem. Arafat will eine L�sung, mit der er leben kann.�

Ist dies der Ursprung f�r die Camp-David-Formel hinsichtlich eines territorialen Austausches: 9 % der Territorien f�r 1 % souver�nes israelisches Gebiet?

�Diese Formulierung nahm in keinem bindenden Dokument feste Formen an. Aber vom Beginn der zweiten Woche in Camp David hing sie in der Luft. Es war die Annahme, mit der wir gearbeitet haben. Und sie basierte auf dem, was Arafat gesagt hatte. Nicht auf irgendeinem Plan Israels, sondern auf eindeutigen �u�erungen Arafats. Ich erinnere mich daran, dass ich am 17. in Ehuds H�tte gehen wollte und dabei mit Clinton zusammenstie�, der gerade aus der H�tte kam, und er sagte mir das gleiche: Arafats Botschaft lautet: Bereit f�r 8 % und einen Gebietsaustausch im Gazastreifen.�

�Clinton sagte in anderen Gespr�chen, die an diesem Tag stattfanden, �dass die Israelis einen Rahmen f�r einen Pr�zedenzfall geschaffen h�tten und dass es eine wirkliche und wesentliche Bewegung w�re, wenn man hier 80 % von den Siedlern und ein vereintes Jerusalem unter israelischer Souver�nit�t bekomme�. Sein Eindruck war, dass die Puzzleteile sich langsam zu einem Ganzen zusammen f�gten. Aber einige Zeit sp�ter machte Arafat einen R�ckzieher. Er �bermittelte Clinton eine Notiz, in der er diesen R�ckzieher machte.�

Ist es nicht m�glich, dass Arafat die israelische Seite auf brillante Art und Weise dorthin man�vrierte, das gro�e Tabu bez�glich Jerusalem zu brechen, indem er den falschen Eindruck erweckte, dass alles einfach zu l�sen sein w�rde und ein Abkommen unterzeichnet werden k�nnte, wenn man nur Konzessionen zu Jerusalem machen w�rde?

�Ich wei� es nicht. Ich w�re nicht �berrascht, wenn er sich in diesem Moment einfach aus der Notlage, in der er sich befand, befreien wollte. Denn wir hatten Flexibilit�t gezeigt und die Amerikaner �bten Druck auf ihn aus. Deshalb sagte er ein paar Worte zu Clinton, die f�r ihn kein gro�artiges Gesch�ft waren. Sie wissen, dass er auch ein paar Worte sagte, als er mit uns nach Sharm al-Sheikh ging und versprach, das Schie�en zu beenden. Aber hat er es tats�chlich beendet?�

Und doch wurde die Camp-David-Konferenz infolge dieser Dynamik die Jerusalem-Konferenz. Ist es nicht Tatsache, dass Sie kein bindendes Abkommen bez�glich der Territorien erreicht und keine L�sung f�r die Fl�chtlingsfrage formuliert haben, sondern nur Jerusalem geteilt haben?

�Das ist nicht ganz exakt. Es ist wahr, dass es bez�glich der Frage der Fl�chtlinge eine r�ckl�ufige Entwicklung gab, daf�r hatte man jedoch das Gef�hl, dass im Bereich der Territorien Flexibilit�t gezeigt wurde � dass der Friede nicht mit diesem Thema stehen oder fallen w�rde. Und im Sicherheitsteam gab es �u�erst positive Diskussionen, die den Prozess voran brachten. Das Konzept einer multinationalen Macht wurde herauskristallisiert. Ich akzeptiere �brigens nicht die Behauptung, dass wir die Stadt Jerusalem in Camp David teilten. Die Entscheidung zur Teilung Jerusalems kam erst f�nf Monate sp�ter mit der Akzeptanz von Clintons Eckpunkten.�

�Sie m�ssen eines verstehen: in Camp David bewegten wir uns in Richtung einer praktischen Teilung, jedoch mit dem Bestreben, eine Vereinbarung zu bekommen, die nicht wie eine Teilung aussieht. Das gro�e Problem war, dass die Pal�stinenser uns nicht dabei helfen wollten. Sie waren nicht bereit, irgendeine Formulierung zu benutzen, die Israel helfen w�rde, sein Gesicht zu wahren. Nicht bez�glich des Tempelberges, nicht bez�glich der Souver�nit�t, in nichts. Arafat stimmte in Camp David nichts zu, das nicht eine komplette Teilung war. Deshalb sagte mir an einem Punkt des Stadiums selbst Bob Malley, den momentan jeder gerne zitiert, dass die Pal�stinenser uns einfach nur dem�tigen wollten. �Sie wollen euch dem�tigen�, waren seine Worte.� (Hier wird Bezug genommen auf einen Artikel von Hussein Agha und Robert Malley �ein Mitglied des US-Friedensteams und au�erordentlicher Mitarbeiter von Pr�sident Clinton- �Camp David: The Tragedy of Errors� The New York Review of Books, 9. August 2001)

Ich verstehe, dass es ein Stadium gab, an dem Barak jedermann damit in Erstaunen versetzte, dass er der Teilung der Altstadt von Jerusalem in zwei Teile unter israelischer Souver�nit�t und in zwei Teile unter pal�stinensischer Souver�nit�t zustimmte. Tat er das von sich selbst aus oder war es eine gemeinsame Entscheidung mit dem israelischen Team?

�Wie ich Ihnen sagte schlug ich vor, dass ein spezielles Regime in der Altstadt eingesetzt werden sollte. Infolge dieser Diskussion brachte der Pr�sident etwas sp�ter den Zwei-Zwei-Vorschlag ein, der eine klare Teilung der Souver�nit�t bedeutete. Ehud stimmte in einem Gespr�ch mit dem Pr�sidenten zu, dass dies eine Basis f�r eine Diskussion sein k�nnte. Ich erinnere mich, dass ich an diesem Abend mit Martin Indyk vom Au�enministerium spazieren ging und beide sagten wir, Ehud sei verr�ckt. Wir verstanden nicht, wie er �berhaupt daran hatte denken k�nnen, dem zuzustimmen. Danach schrieb ich in mein Tagebuch, dass jeder denken w�rde, Amnon Lipkin-Shahak und ich w�rden Barak nach links dr�ngen, aber die Wahrheit sei, dass er derjenige w�re, der uns nach links dr�ngen w�rde. Zu diesem Zeitpunkt �es war der Beginn der zweiten Woche unseres Treffens- war er weit mutiger als wir es waren. Wirklich mutig. Clinton sagte mir ein paarmal: Ich habe niemals solch eine mutige Person kennengelernt.�

Und wohin f�hrte das alles dann?

�Die Pal�stinenser akzeptierten den Vorschlag des Pr�sidenten zu Jerusalem nicht, und deshalb zog Ehud seine Zustimmung auch zur�ck. Zu diesem Zeitpunkt sandte er einen �rgerlichen Brief an Clinton, in dem er sich beklagte, dass der Pr�sident nicht gen�gend Druck auf Arafat aus�ben w�rde. Einige Zeit sp�ter probierte es Clinton noch einmal. Ich habe eine Notiz in seiner Handschrift. Er fragte mich, ob ich bereit sei, Baraks Akzeptanz dieses Prinzips noch einmal vorzubringen. Ich antwortete negativ. Dieser Vorschlag ist nicht mehr auf der Agenda, sagte ich.�

�Das Ergebnis war eine tiefe Krise, die beinahe noch vor Clintons Reise nach Japan zum Kollaps der Konferenz f�hrte. Barak begann das Gef�hl zu haben, dass er keinen Partner hatte. Dass er weiter als irgendein anderer israelischer Premierminister ginge, dass er seinen politischen Kopf dabei riskiere und den Verlust seiner Regierung und trotzdem wollte sich Arafat nicht von der Stelle bewegen. Arafat weigerte sich, am Spiel teilzunehmen.�

�Es war schwer f�r Ehud. Sehr schwer. Nachdem wir uns entschlossen hatten trotz allem zu bleiben und nachdem Clinton zu seiner Reise aufgebrochen war, isolierte sich Barak f�r zwei Tage in seiner H�tte. Niemand von uns sah ihn in diesen zwei Tagen. Er war in einer tiefen Krise.�

Auf welches Thema konzentrierte man sich in den letzten paar Tagen, nachdem Clinton von seiner Reise zur�ckgekehrt war und die Konferenz wieder aufgenommen wurde?

�Was gegen Ende der Konferenz auf dem Tisch lag war schlie�lich der Vorschlag des Pr�sidenten, dass die �u�ere H�lle unter pal�stinensischer Souver�nit�t und der Tempelberg unter israelischer Souver�nit�t, jedoch unter pal�stinensischer Treuh�nderschaft sein sollte. Abgesehen davon gab es zwei Varianten: funktionsf�hige Autonomie in der engsten Nachbarschaft und zwei Viertel der Altstadt unter pal�stinensischer Souver�nit�t, oder pal�stinensische Souver�nit�t in der engsten Nachbarschaft und funktionsf�hige Autonomie in der Altstadt. Es gab auch noch eine dritte M�glichkeit, n�mlich die Diskussion �ber Jerusalem auf drei Jahre zu verschieben.�

�Es war der letzte Abend. Es war sp�t. Ich erinnere mich, dass Ehud mich beiseite nahm, bevor ich mich auf den Weg zu Clintons H�tte machte, und zu mir sagte, dass dies ein historischer Moment sei. Immer wieder sagte er, dies sei ein historischer Moment. Clinton hatte Jeans an und einen leichten Pullover. Er sa� eine Weile mit Erekat und mir am Holztisch, bevor er mich schlie�lich fragte, ob wir bereit seien, seinen Vorschlag zu akzeptieren. Ich sagte, dass ich zur Abwechslung mal nicht als erster antworten wollte. Nachdem Barak eine positive Antwort zum Zwei-Zwei-Vorschlag gemacht hatte und die Pal�stinenser diesem Thema aus dem Weg gegangen waren, wollten wir uns nicht noch einmal in die gleiche Situation bringen.�

�Der Pr�sident dachte, dass dies fair sei und setzte mich nicht unter Druck, aber er sandte Erekat zu Arafat. Er teilte ihm ausdr�cklich mit, dass der Vorsitzende einen Gegenvorschlag pr�sentieren m�sste, sollte er seinen nicht akzeptieren. Er versprach, dass er bleiben und die Konferenz weitergehen w�rde, sollte ein Gegenvorschlag kommen.�

�Ich war der einzige Israeli im Raum. Ich hatte kein gutes Gef�hl. Clinton war zu dieser Zeit ziemlich pessimistisch. Eine Stunde sp�ter kam Erekat zur�ck und sagte Nein. Ich glaube, er brachte auch ein Schriftst�ck mit. Ich verlie� den Pr�sidenten und ging zu Ehud zur�ck. Das war�s, sagte ich ihm, es ist vorbei.�

Also kollabierte Camp David wegen der pal�stinensischen Ablehnung eines amerikanischen Vorschlages zu Jerusalem, den Sie sowieso unangemessen fanden?

�Nein. Camp David kollabierte wegen der Tatsache, dass sie sich weigerten, sich am Spiel zu beteiligen. Sie weigerten sich, einen Gegenvorschlag zu machen. Niemand forderte, dass sie eine positive Antwort auf diesen speziellen Vorschlag von Clinton geben sollten. Und entgegen all dem Unsinn, der von den Rittern der Linken ge�u�ert wird, gab es kein Ultimatum. Was von den Pal�stinensern verlangt wurde, war wesentlich einfacher: dass sie wenigstens einmal einen Gegenvorschlag einbringen sollten. Dass sie nicht dauernd sagen: �Das ist nicht gut genug� und dabei auf uns warten, dass wir mehr Zugest�ndnisse machen. Deshalb sandte der Pr�sident an diesem Abend CIA-Direktor George Tenet zu Arafat, um ihm zu sagen, dass es sich lohnen w�rde, noch einmal dar�ber nachzudenken und mit der Antwort bis zum Morgen zu warten. Aber Arafat konnte sich nicht mehr dazu entschlie�en. Er vermisste den Applaus der Massen in Gaza.�

�Am n�chsten Morgen um 9.00 Uhr trafen sich Arafat, Barak und Clinton noch einmal. Wir standen drau�en und beteten, dass bei diesem Treffen irgendetwas irgendwie herauskommen w�rde: dass Arafat begreifen w�rde, dass es wirklich die elfte Stunde geschlagen hat und dass er deshalb die Sache noch einmal aufnehmen w�rde. Aber sie kamen bereits f�nf Minuten sp�ter wieder heraus. Es war vorbei.�

Die vorherrschende Ansicht ist, dass Camp David wegen der falschen Verhandlungstaktiken ein Misserfolg war, und wegen des Benehmens von Ehud Barak, der Arafat gedem�tigt und ihm keinen Respekt erwiesen hatte.

�Ich denke, dass Fehler gemacht wurden. Die Methode der Verhandlungen war falsch � anstelle von Diskussionen in Teams, die dann ihre Ergebnisse der Zustimmung ihrer F�hrer vorlegten, h�tte es einen Gipfel der F�hrer geben sollen und diese h�tten dann den Teams sagen sollen, welche �bereinkommen diese formulieren sollten. Es gab auch verpasste Gelegenheiten. Als der Durchbruch hinsichtlich Jerusalem stattfand und als Arafat sein Zugest�ndnis gemacht hatte, w�re das richtige gewesen, die F�hrer zu einer Art Schock-Gipfel zusammen kommen zu lassen.�

�Aber letzten Endes schlug Camp David fehl, weil Arafat vers�umte, eigene Vorschl�ge auf den Tisch zu bringen und weil er uns nicht erfolgreich vermitteln konnte, dass seine Forderungen an irgendeinem Punkt aufh�ren w�rden. Eines der wichtigsten Dinge, die wir in Camp David taten, war, dass wir unsere wesentlichen Interessen in der pr�gnantesten Form definierten. Wir erwarteten nicht, dass wir die Pal�stinenser auf halbem Weg treffen w�rden, nicht einmal auf Zweidritteln des Weges. Aber wir erwarteten, sie an irgendeinem Punkt zu treffen. Die ganze Zeit warteten wir hinsichtlich unseres weiten Entgegenkommens, dass auch sie irgendeine Art von Bewegung machen w�rden. Aber sie taten es nicht. Wir hatten das Gef�hl, dass sie st�ndig versuchten, uns in eine Art von schwarzes Loch mit mehr und mehr Zugest�ndnissen zu ziehen; dabei war es nicht klar, wohin all diese Zugest�ndnisse f�hren w�rden, welches die Ziellinie war.�

Warum schlugen Sie nicht irgendeine Art von Teilabkommen vor? Als klar wurde, dass es unm�glich war, das grunds�tzliche Problem zu l�sen, warum versuchten Sie nicht, wenigstens ein Interimsabkommen zu erreichen?

�Wir schlugen den Pal�stinensern zu mehreren Zeitpunkten vor, ein Teilabkommen abzuschlie�en � ohne Jerusalem und ohne die Fl�chtlinge. Diese M�glichkeit erwogen wir auch am letzten Abend. Die Pal�stinenser lehnten dies ab. Einerseits waren sie nicht bereit, bez�glich der Kernpunkte einen Kompromiss zu schlie�en, und sicherlich nicht bez�glich Jerusalem, aber andererseits stimmten sie auch nicht dem Zustandekommen eines Teilabkommens zu. Die diesbez�glichen Behauptungen �ber Barak sind totaler Unsinn. Ich erinnere mich an einen gewissen Moment, in dem ich Arafat vorschlug, dass wir die Diskussion �ber Jerusalem auf zwei Jahre hinausschieben. �Nicht einmal auf zwei Stunden�, sagte er und winkte dabei mit zwei Fingern.�

Aber was ist mit der Person Baraks, mit seinem Benehmen? War er nicht zu hart in seiner Haltung gegen�ber Arafat?

�Sehen Sie, Ehud ist kein umg�nglicher Mensch. Es ist schwer, ihn zu m�gen. Er ist verschlossen und introvertiert und es gibt keinen emotionalen Kontakt zu ihm. Wir alle haben das erfahren. Aber denkt wirklich irgend jemand, dass Arafat das Recht auf R�ckkehr aufgegeben h�tte, wenn Ehud Barak netter zu ihm gewesen w�re? Oder h�tte er auf den Haram al-Sharif (den Tempelberg) verzichtet? Tatsache ist, dass sich Barak w�hrend des Essens, das Nava (Baraks Frau) und er in ihrem Haus in Kochav Ya�ir etwa zwei Monate nach Camp David f�r Arafat gegeben haben, au�ergew�hnlich warm gegen�ber dem Vorsitzenden zeigte, auf eine Art und Weise, die seiner Pers�nlichkeit eigentlich nicht entspricht. Ich erinnere mich, dass ich damals zu meiner Frau Ruthie sagte, dass Barak sich so sehr ein Abkommen w�nscht, dass er sogar bereit ist, seine Pers�nlichkeit zu �ndern. Drei Tage sp�ter begann die Intifada.�

Trotzdem, erz�hlen Sie mir �ber die Beziehung zwischen den beiden in Camp David.

�Eigentlich trafen sie sich �berhaupt nicht. Jedenfalls nicht richtig. Es gab ein Essen, das Madeleine Albright gab, um das Eis zu brechen. Dabei sa� Barak wie eine Salzs�ule da und sagte �ber Stunden hinweg kein Wort. Das war sehr peinlich. Das war an einem der Tiefpunkte, als Clinton in Japan und Barak absolut �rgerlich auf Arafat war. Er konnte die Situation nicht ertragen, dass er alles riskierte und von dieser Person abh�ngig war, von der sich herausstellte, dass sie kein Partner war. Ich erinnere mich, dass wir in der N�he einer defekten Wanduhr standen und Barak sagte, wenn ein Abkommen mit dieser Person zustande k�me, w�rde er die Wanduhr reparieren.�

�Aber hier geht es noch etwas tiefer. Barak ist, wie Sie wissen, ein kartesianischer, ein rationaler Mensch. Was also zwischen den H�tten und dem Rasen von Maryland passierte, war eine Auseinandersetzung zwischen Barak, einer Person, die nach einer rationalen Ordnung strebte, und Arafat, einer Person, die �ber Mythen sprach und Mythen verk�rperte. Diese Auseinandersetzung funktionierte nicht. Im R�ckblick verstehe ich, dass sie niemals funktioniert h�tte. Ich glaube inzwischen, dass kein einziger rational denkender israelischer Regierungschef Erfolg darin gehabt h�tte, bei solch einer Auseinandersetzung ein Abkommen mit Arafat zustande zu bringen. Arafat ist einfach nicht daf�r geschaffen.�

Warum?

�Arafat ist kein irdischer F�hrer. Er betrachtet sich selbst als mythologische Figur. Er hat sich selbst immer als eine Art moderner Saladin repr�sentiert. Deshalb interessiert ihn selbst der konkrete Grundbesitz nicht besonders. In Camp David war es klar, dass er nicht nach einer praktischen L�sung strebte, sondern sich auf mythologische Themen konzentrierte: das R�ckkehrrecht, Jerusalem, den Tempelberg. Er schwebte auf den Wolken des islamischen Ethos und des Fl�chtlingsethos und des pal�stinensischen Ethos.�

�Arafats Rede ist sowieso nie von praktischer Art. Seine S�tze stehen in keinem Zusammenhang und sind nicht vollst�ndig. Es gibt Worte, es gibt S�tze, es gibt Metaphern � es gibt keine klare Position. Das einzige, was es gibt, sind Codes und sonst nichts. Am Ende des Prozesses stellt man pl�tzlich fest, dass man sich bei den Verhandlungen nicht vorw�rts bewegt, weil man tats�chlich mit einem Mythos verhandelt.�

Aber es gibt Verhandlungen, die erfolgreich waren, oder nicht?

�Das waren Verhandlungen �ber Zwischenabkommen. Ein F�hrer dieser Art kann seine Assistenten �ber Abweichungen von 10 bis 20 % entscheiden lassen, denn er nimmt an, dass er das, was er heute nicht bekommen kann, morgen dann doch bekommt. In diesem Bereich ist er zu einem Kompromiss f�hig. Aber wenn man zum Ende des Spieles kommt, befindet er sich in einer schwierigen Lage, denn den Prozess abzuschlie�en hei�t f�r ihn zu sagen: �Ich habe aufgeh�rt ein Mythos zu sein; nun bin ich nur noch der F�hrer eines kleinen Staates.� Er ist eine Art von ewiger Globetrotter, der einfach Angst hat, der Realit�t ins Gesicht zu blicken. Deshalb rennt er immer davon, wenn er Entscheidungen treffen soll. In der Geschichte kenne ich keinen vergleichbaren Fall wie den von Arafat, der dieses schlimme Verhalten an den Tag legt, dass er vor Entscheidungen flieht.�

Aber sogar nach Camp David haben Sie nicht das Handtuch geworfen: die Kontakte hielten im August und September 2000 an, oder nicht?

�Nat�rlich. Dutzende von Treffen wurden in diesen beiden Monaten abgehalten, eine Menge davon im Hotel King David in Jerusalem. Es gab zweigleisige Bem�hungen: unsere Gespr�che mit den Pal�stinensern und Gespr�che zwischen den Pal�stinensern und uns, bei denen die Amerikaner anwesend waren. In dieser ganzen Zeit warteten wir sehr darauf, dass die Amerikaner ein Paket ausarbeiten w�rden, das beiden Seiten pr�sentiert werden konnte. In dieser Zeit �bte ich selbst Druck auf die Amerikaner aus, das kollektive Andenken an Camp David in einem Dokument zu verarbeiten: all die Res�mees des Pr�sidenten, die dort aufgezeichnet worden waren, zusammenzufassen und daraus einen umfassenden Vorschlag zu bilden.�

�Die Pal�stinenser hatten jedoch vor solcherlei Vorschl�gen gro�e Angst. Sie wussten, dass sie nicht Ja dazu sagen w�rden und sie wussten, dass sie das Neinsagen international enorm sch�digen w�rde. Sie befanden sich in einer �u�erst schlechten Lage. Europa unterst�tzte uns, die arabische Welt unterst�tzte sie nicht � sie waren beinahe isoliert. Am Vorabend der Intifada war ihre Situation beinahe verzweifelt.�

Nehmen Sie an, dass die Intifada ein kalkulierter Schritt der Pal�stinenser war, um sich aus der politischen und diplomatischen Bedr�ngnis zu befreien?

�Nein, ich schreibe ihnen nicht diese Art von machiavellistischem, skrupellosem Schema zu. Aber ich erinnere mich, dass Saeb Erekat in Camp David sagte, dass wir bis zum 13. September Zeit haben. Und ich erinnere mich an einen Besuch bei Mohammed Dahlan. Von seinem B�ro aus sprach ich mit Marwan Barghouti und er sagte auch, dass es nicht gut w�re, wenn wir bis Mitte September kein Abkommen erzielt h�tten. In seiner Stimme lag eine bedrohliche Art, die ich nicht mochte. Wenn man also den Verlauf der Ereignisse betrachtet und sieht, dass die Gewalt exakt zwei Wochen nach dem 13. September ausbrach (dieser Tag war der siebte Geburtstag des Oslo-Abkommens), dann macht einen das nachdenklich. Eine Sache ist sicher: durch die Intifada wurde Arafat auf jeden Fall gerettet.�

Gab es bei den Gespr�chen im August und September irgendwelche �nderungen in der israelischen Position?

�Ja. In dieser Phase sprachen wir �ber die Teilung der vertikalen Souver�nit�t �ber den Tempelberg. Der Tempelberg war nicht unter israelischer Souver�nit�t und pal�stinensischer Treuh�nderschaft, er war komplett unter pal�stinensischer Souver�nit�t. Wir fragten nur nach Souver�nit�t �ber die Tiefen des Tempelberges. Wir forderten, dass anerkannt werden sollte, dass uns dieser Platz heilig ist, dass wir eng mit ihm verbunden sind. Aber die Pal�stinenser spotteten diesbez�glich schon immer �ber unsere Forderung. Sie leugneten, dass wir irgendeine Art von Recht auf den Tempelberg haben.�

Gab es auch eine �nderung im Bereich der Territorien?

�Im September sprachen wir �ber 7 % der Westbank, die Israel behalten w�rde, f�r 2 % an souver�nem israelischem Gebiet, das an die Pal�stinenser transferiert werden sollte. Ich glaube, wir lie�en auch in der Forderung nach Souver�nit�t �ber den Jordangraben nach.�

Wann geschah das? Wann wurde die Entscheidung getroffen, die Souver�nit�t im Jordangraben aufzugeben?

�Ich kann Ihnen nicht exakt sagen, wann das war. Aber infolge der Res�mees von Camp David �ber die Themen Sicherheit und multinationale Macht war unser Gef�hl, dass wir bei L�sungen angekommen waren, die unsere notwendigsten Sicherheitsinteressen sogar ohne Souver�nit�t wahren w�rden. Es war uns klar, dass die Pal�stinenser mit unserer Forderung nach Souver�nit�t im Jordangraben nicht leben konnten.�

Haben Sie neue Landkarten gezeichnet?

�Wie ich Ihnen sagte, wurden den Pal�stinensern in Taba keine neuen Karten vorgelegt. Aber wir arbeiteten an neuen internen Landkarten, die die neuen Prozentzahlen zeigen w�rden. Und als die l�cherliche Behauptung ge�u�ert wurde, dass wir den Pal�stinensern eine Art Kantone vorgeschlagen und dass sie keine territoriale Kontiguit�t h�tten, ging ich zu �gyptens Pr�sident Hosni Mubarak und zeigte ihm eine Landkarte. Wie ich mich erinnere, war es noch die 8 %-Karte, eine Karte von 8 zu 92. Mubarak sah sie sich interessiert an und fragte laut, warum die Pal�stinenser behaupten w�rden, sie h�tten keine Kontiguit�t.�

Pr�sentierten die Pal�stinenser w�hrend dieser ganzen Zeit keine eigenen Karten? Gab es keinen geographischen Vorschlag von pal�stinensischer Seite?

�Sie pr�sentierten �berhaupt keine Landkarten. Nicht vor Taba. Aber in Camp David hatte ich die M�glichkeit, eine Art von pal�stinensischer Landkarte zu sehen. Es war eine Karte, die ein Zugest�ndnis von weniger als 2 % auf ihrer Seite zeigte, und zwar f�r einen territorialen Austausch im Verh�ltnis von 1 zu 1. Aber die Territorien, die sie von uns wollten, waren nicht in den Halutza-D�nen, sie wollten Gebiete nahe der Westbank. Ich erinnere mich, dass gem�� ihrer Karte zum Beispiel Kochav Ya�ir im Gebiet des pal�stinensischen Staates liegen sollte; sie beanspruchten Souver�nit�t �ber Kochav Ya�ir.�

Im November bzw. Dezember wurden die Gespr�che wieder aufgenommen. Die Gewalt w�tete und die Wahlen f�r den israelischen Premierminister standen bevor. Machten die Pal�stinenser auf irgendeinem Gebiet Fortschritte?

�Haupts�chlich in der Frage zu Jerusalem. In dieser Phase hatten wir der Teilung der Stadt und der vollen pal�stinensischen Souver�nit�t �ber Haram al-Sharif zugestimmt. Aber wir bestanden darauf, dass eine Art von enger Verbundenheit unsererseits zum Tempelberg anerkannt werden sollte. Ich erinnere mich an ein Gespr�ch mit Yasser Abed Rabbo am Bolling Air Force St�tzpunkt. Ich legte folgenden Gedanken dar, ohne zuvor jemanden um Rat gefragt zu haben: die Pal�stinenser w�rden die Souver�nit�t �ber den Tempelberg haben aber sie w�rden dort keine Ausgrabungen vornehmen, weil dieser Ort den Juden heilig ist. Die Pal�stinenser stimmten zu, keine Ausgrabungen vorzunehmen, aber unter keinerlei Umst�nden wollten sie unserer minimalen Aussage �weil dieser Ort f�r die Juden heilig ist� zustimmen.�

�Was mich bei dieser Gelegenheit besonders zornig machte, war nicht nur die Tatsache, dass sie verweigerten, sondern die Art und Weise, wie sie das taten: heraus aus einer Art von totaler Verachtung, heraus aus einer abweisenden und arroganten Haltung. In diesem Moment begriff ich, dass sie wirklich nicht wie der ehemalige �gyptische Pr�sident Anwar Sadat sind, der 1979 einen Friedensvertrag mit Israel unterzeichnete. Dass sie nicht gewillt waren, sich in Richtung unserer Position zu bewegen, nicht einmal auf emotionaler und symbolischer Ebene. Am Tiefpunkt angelangt, sind sie nicht bereit anzuerkennen, dass wir hier irgendeine Art von Rechtsanspruch haben.�

Drei Tage sp�ter, am 23. Dezember 2000, gegen Ende der Bolling-Gespr�che, lie� Clinton Sie noch einmal zusammenkommen und pr�sentierte Ihnen die genauen Eckpunkte. Wie sahen diese aus?

�97 %: 96 % der Westbank an die Pal�stinenser plus 1 % an souver�nem israelischem Gebiet, oder 94 % der Westbank plus 3 % an souver�nem israelischem Gebiet. Wie auch immer, weil Clinton in seine Formulierung auch das Konzept der sicheren Durchgangsstra�e �deren israelische Souver�nit�t gering w�re- einbrachte, k�nnte argumentiert werden, dass die Pal�stinenser beinahe 100 % bekamen. Clinton hatte seinen Vorschlag so konstruiert, dass die Pal�stinenser bei einer positiven Antwort f�hig w�ren, ihrem Volk die L�sung als eine 100 %-L�sung zu pr�sentieren.�

Und Jerusalem?

�Wie die Berichte sagten: was j�disch ist, ist israelisch und was arabisch ist, ist pal�stinensisch. Der Tempelberg sollte unter voller pal�stinensischer Souver�nit�t liegen und Israel sollte die Klagemauer und das Allerheiligste bekommen. Aber Clinton nahm in seinem Vorschlag keinen Bezug auf das �heilige Becken� � das gesamte Gebiet au�erhalb der Altstadtmauer, das die Davidstadt, die Gr�ber der Propheten und die Stra�e zum �lberg einschlie�t. Wir forderten dieses Gebiet, in dem kaum Araber leben, f�r uns, aber die Pal�stinenser verweigerten. Am Abend gab es zu diesem Thema ein hartes Telefongespr�ch zwischen Barak und Clinton, weil wir Angst hatten, er w�rde sich gegen uns entscheiden. Das Ergebnis dieses Gespr�ches war, dass dieses Thema offen bleiben sollte. Clinton bezog sich nicht darauf.�

Was ist mit den Fl�chtlingen?

�Hier probierte Clinton die Quadratur des Kreises. Er ging bis zum �u�ersten Ende dessen, was wir akzeptieren konnten, auf die Pal�stinenser zu. Seine Formulierung lautete, dass �die beiden Seiten das Recht der Fl�chtlinge auf R�ckkehr ins historische Pal�stina anerkennen� oder �auf R�ckkehr in ihr Heimatland�. Aber er machte auch klar, dass �es kein spezifisches Recht auf R�ckkehr nach Israel gibt�. Wir waren zufrieden, dass er �ber eine Zwei-Staaten-L�sung sprach und dar�ber, dass der pal�stinensische Staat die Heimat des pal�stinensischen Volkes sei und Israel die Heimat des j�dischen Volkes.�

�Der Mechanismus, auf den er sich bezog, war mehr oder weniger derjenige von Stockholm. Er erlegte eine gewisse Aufnahme von Fl�chtlingen in Israel auf, jedoch gem�� Israels souver�nen Gesetzen und seiner Aufnahmepolitik.�

Was ist mit den Sicherheitsvorkehrungen und der Entmilitarisierung?

�Wir legten gro�en Wert darauf, dass der pal�stinensische Staat entmilitarisiert sein sollte. Der Pr�sident schlug eine schw�chere Formulierung vor: ein �nicht-militarisisierter Staat�. Er beanspruchte au�erdem, dass wir f�r drei Jahre eine bedeutende milit�rische Pr�senz im Jordangraben und eine symbolische Pr�senz an festgelegten Orten f�r weitere drei Jahre haben sollten. Es wurden uns drei Stationen f�r Fr�hwarnsysteme �ber einen Zeitraum von 10 Jahren zugestanden, auf denen pal�stinensische Verbindungsoffiziere anwesend sein sollten.�

Gab es ein ausdr�ckliches Verbot, dass die Pal�stinenser Panzer, Kriegsflugzeuge und Raketen nicht benutzen durften?

�Nein, soweit ich wei�, sind wir nicht bis zu diesen Details gekommen. Sie wurden bestimmt nicht von Clinton erw�hnt. Aber dies war die Absicht.�

Und was wurde �ber die Luft- und Wasserrechte gesagt?

�Die Pal�stinenser weigerten sich, in eine Diskussion zum Thema �Wasser� einzusteigen, deshalb nahm Clinton keinerlei Bezug auf dieses Thema. Auf der anderen Seite lautete die Formulierung bez�glich des Luftraumes �Vereinbarte Nutzung�. Clinton erkl�rte, dass die Souver�nit�t �ber den Luftraum in pal�stinensischer Hand liegen w�rde, aber er erkannte Israels Recht an, diesen Luftraum f�r Trainingszwecke und f�r notwendige Eins�tze zu benutzen, vorausgesetzt, solch einer Nutzung w�rde zugestimmt werden. Ein Gedanke war, dass die M�glichkeit, den Luftraum zu nutzen, auf wechselseitiger Basis beruhte: den Pal�stinensern sollte das Recht gegeben werden, den israelischen Luftraum auf nicht-milit�rische Art und Weise zu nutzen.�

Wie reagierte Israel auf Clintons Eckpunkte? Akzeptierte Barak sie voll und ganz?

�Der Pr�sident diktierte uns und den Pal�stinensern die Punkte in einem Konferenzraum, der an das Ovale B�ro im Wei�en Haus angrenzt. Es war ein Samstag. Clinton erkl�rte, dass die Eckpunkte kein amerikanischer Vorschlag seien, sondern dass sie sein Verst�ndnis eines Mittelweges zwischen den Positionen, die beide Seiten erreicht haben, darstellten. Nun hinge alles von der Entscheidung der F�hrer ab, sagte er, und bat darum, dass die Entscheidung innerhalb von vier Tagen gef�llt werde.�

�Es war f�r uns schwer, diesen Vorschlag zu akzeptieren. Niemand kam tanzend und singend aus dem Raum und besonders Ehud war beunruhigt. Drei Tage sp�ter entschied sich das Kabinett f�r eine positive Antwort an Clinton. Alle Minister bef�rworteten diese Antwort, mit Ausnahme von Matan Vilnai und Ra�anan Cohen. Ich informierte die Amerikaner dar�ber, dass Israels Antwort Ja lautete.�

Und die Pal�stinenser?

�Arafat befand sich in keinerlei Eile. Er ging zu Mubarak und schlurfte dann zu allen Arten von zwischen-arabischen Treffen. Er erwiderte nicht einmal Clintons Anrufe. Die ganze Welt, und ich meine die ganze Welt, �bte enormen Druck auf ihn aus, aber er weigerte sich, Ja zu sagen. In diesen zehn Tagen gab es kaum einen internationalen F�hrer, der ihn nicht angerufen h�tte - angefangen vom F�rsten von Liechtenstein bis hin zum Pr�sidenten von China. Aber Arafat lie� sich nicht von der Stelle bewegen. Er blieb seiner Ausweich-Methode treu. Schlie�lich, sehr sp�t, teilte sein Mitarbeiterstab dem Wei�en Haus eine Antwort mit, die gro�e Neins und kleine Jas enthielt. Bruce Reidell vom Nationalen Sicherheitsrat sagte mir, dass wir es nicht falsch verstehen sollten, dass es keine Missverst�ndnisse auf unserer Seite geben sollte: Arafat sagte tats�chlich Nein.�

Aber hatten die Israelis nicht auch Vorbehalte?

�Ja. Wir sandten den Amerikanern ein Dokument, das aus mehreren Seiten bestand und unsere Vorbehalte enthielt. Aber so weit ich mich erinnere, waren diese wesentlich kleiner und handelten haupts�chlich von Sicherheitsvorkehrungen und Einsatzgebieten und Kontrollen f�r die Durchreise. Es gab auch eine Klarstellung bez�glich unserer Souver�nit�t �ber den Tempelberg. Es gab jedenfalls keinen Zweifel daran, dass unsere Antwort positiv war. Um jegliche Zweifel beiseite zu r�umen rief ich Arafat am 29. Dezember auf Ehuds Anweisungen an und sagte ihm, dass Israel die Eckpunkte akzeptieren w�rde und dass jede weitere Diskussion nur im Rahmen dieser Eckpunkte und ihrer Umsetzung stattfinden sollte.�

Hatte es im Lichte all dessen noch einen Sinn, das Treffen in Taba abzuhalten? Nach allem sind Sie den ganzen Weg bis an die rote Linie gegangen und die Pal�stinenser sagten, dass es nicht genug sei. Was gab es noch, �ber das man sprechen konnte?

�Die Wahrheit ist, dass Ehud genau so dachte. Er wollte nicht nach Taba gehen. Er sah keinen Sinn und Zweck darin. Aber in dieser Phase hatte er die Pistole auf der Brust. Die Wahlen sollten in einem Monat stattfinden und es gab einen Minister, der ihm sagte, wenn er nicht nach Taba ginge, w�rden sie ihn in der �ffentlichkeit anprangern, dass er seiner Pflicht, Frieden zu machen, aus dem Weg gegangen sei. Er hatte keine andere Wahl, als zu einem Treffen zu gehen, bei dem Dinge besprochen werden sollten, an die er selbst nicht mehr glaubte.�

Wor�ber haben Sie also in Taba gesprochen? Welcher Fortschritt wurde dort gemacht?

�Wir bestanden darauf, dass Clintons Eckpunkte f�r die Verhandlungen nicht f�r erneute Diskussionen, auf welchem Gebiet auch immer, offen gelegt werden sollten, sondern dass wir uns nur um die Frage k�mmern w�rden, wie diese Eckpunkte umzusetzen seien. Die Pal�stinenser versuchten jedoch, die Eckpunkte zu reduzieren. Sie versuchten, noch etwas mehr aus uns herauszupressen. Bez�glich der Jerusalem-Frage akzeptierten sie nicht den Gedanken des Allerheiligsten, der ausdr�cklich in Clintons Vorschl�gen erschien. Und bez�glich des Fl�chtlingsthemas brachten sie eine Formulierung vor, die bedeutete, dass sie ihre eigene Lesart der Resolution 194 der UN-Generalversammlung vom 11. Dezember 1948 hatten. Die Israelis hatten eine andere Lesart. Sie sagten, �wir m�ssen das Recht auf R�ckkehr einf�hren und dann �ber den Mechanismus diskutieren�. Diese Grundsatzforderung machte mich nicht weniger w�tend als die gelegentliche Nennung von Fl�chtlingszahlen.�

Welche Zahlen nannten sie?

�Sehen Sie. Ich sa� ihnen in Taba w�hrend der Verhandlungen �ber das Fl�chtlingsthema nicht gegen�ber. Aber die verschiedenen Informationsschreiben, die in Taba ausgeteilt wurden, sprachen von au�ergew�hnlichen Zahlen. Was sagen Sie zu 150000 Fl�chtlingen in einem Jahr, und zwar �ber einen Zeitraum von 10 Jahren hinweg?�

Und was schlugen wir vor?

�Yossi Beilin sagte, er h�tte 40000 vorgeschlagen. Ich wei� nicht, ob es wirklich diese Zahl war, aber mit dieser Zahl war es offensichtlich, dass kein Handel abgeschlossen werden konnte, es sei denn, der Rest w�rde f�r zuk�nftige zus�tzliche Forderungen �brig bleiben.�

Welche neue Karte zeigten Sie den Pal�stinensern in Taba?

�Hier ist sie. Sie k�nnen sie selbst sehen. Die senfbraune Farbe stellt das Gebiet der Pal�stinenser dar, die wei�e das der Israelis. Die Karte zeigt ein Verh�ltnis von 94,5 % des Landes f�r die Pal�stinenser zu 5,5 %. Und das ist nat�rlich vor dem Gebietsaustausch.�

Haben Sie �ber den Austausch der Territorien ein Abkommen erreicht?

�Nein, es stellte sich heraus, dass die Pal�stinenser den Gedanken bez�glich der Halutza-D�nen nicht mochten. Ich bin �brigens auch nicht verr�ckt danach. Ich betrachte dieses Gebiet als eine letzte Reserve f�r zionistischen Siedlungsbau innerhalb der Gr�nen Linie. Deshalb pr�ften wir die M�glichkeit eines Landtransfers in der s�dlichen Berg-Hebron-Region, im Gebiet n�rdlich von Arad. Aber dies war sehr schwierig � hier ein halbes Prozent, dort ein viertel. Ich bin nicht sicher, ob die ganze Idee eines Gebietstausches zu realisieren ist. Es k�nnte sein, dass die einzige M�glichkeit diejenige ist, dass man die Grenze zu �gypten nach Osten verlegt und den Pal�stinensern dann �gyptisches Gebiet gibt, das an den Gazastreifen angrenzt. Aber weder wir noch die Pal�stinenser wollten diese Idee mit den �gyptern besprechen.�

Stimmt es, dass Israel gem�� der neuen Karte etwa hundert Siedlungen entwurzeln m�sste?

�Ich wei� die exakte Zahl nicht. Aber wir sprachen �ber die Entwurzelung von vielen Dutzenden Siedlungen. Nach meiner Ansicht schlug die Karte auch darin fehl, unser eigenes Ziel, dem Clinton zugestimmt hatte, zu erreichen � 80 % der Siedler in souver�nem israelischen Gebiet.�

Akzeptierten die Pal�stinenser diese Karte?

�Nein. Sie pr�sentierten eine andere, die die drei sowieso schon zusammengeschrumpften Siedlungsbl�cke v�llig zerfallen lie�, und effektiv betrachtet erkl�rten sie das ganze Block-Konzept als null und nichtig. Gem�� ihrer Landkarte w�ren nur ein paar isolierte Siedlungen �brig geblieben und diese w�ren von d�nnen F�den an schmalen Zugangsstra�en abh�ngig. Wir stellten eine Kalkulation auf und diese zeigte, dass alles, was sie uns geben wollten, 2,34 % waren.�

Sie sagen, dass in dieser ganzen Zeit zwischen Juni und Januar, in dieser Zeit, in der Sie bez�glich des Jordangrabens nachgaben und die Idee des Gebietsaustausches akzeptierten und Jerusalem teilten und den Tempelberg �bergaben � in dieser Zeit bestand das gesamte Entgegenkommen der Pal�stinenser aus einem Bruchteil von einem Prozentpunkt? Also, alles, was sie dem Versprechen von 2 %, das sie Clinton zu Beginn gegeben hatten, hinzuf�gten, waren 0,34 %?

�Es ist schwer f�r mich, mit Ihnen zu diskutieren. Aber das ist genau das, warum mich die Kritik, die wir von den Linken bekamen, vor einem g�hnenden Loch stehen lie�. Ich verstand es einfach nicht. Es ist wahr, dass sowohl Barak wie ich eine Art �Au�enseiter� der Linken sind. Keiner von uns ist ein gelernter �Friedensmacher�. Aber sehen Sie, wie weit wir gekommen sind. Sagen Sie mir, was wir noch h�tten machen sollen.�

Shlomo Ben-Ami, Sie und Ehud Barak machten sich auf eine Reise auf ins Innere der Erde, zum eigentlichen Mittelpunkt des Konflikts. Was haben Sie dort gefunden?

�Ich denke, wir fanden einige schwierige Dinge. Zuallererst bez�glich Arafat. Wir entdeckten, dass er nicht die F�higkeit besitzt, den israelischen Ansprechpartnern zu vermitteln, dass das Machen von Zugest�ndnissen ein Ende hat. Seine Strategie ist diejenige des Konflikts.�

Hei�t das, dass er kein Partner ist?

�Arafat ist der F�hrer der Pal�stinenser. Ich kann diese Tatsache nicht �ndern; es ist ihr Desaster. Er ist seiner Wahrheit so verbunden, dass er sie nicht gef�hrden kann. Aber seine Wahrheit ist die Wahrheit des islamischen Ethos, des Ethos der Fl�chtlinge und der Opferrolle. Diese Wahrheit erlaubt ihm nicht, die Verhandlungen mit Israel zu beenden, bevor nicht Israels Genick gebrochen ist. Unter diesem besonderen Aspekt ist Arafat kein Partner. Schlimmer noch, Arafat ist eine strategische Bedrohung; er gef�hrdet den Frieden im Nahen Osten und in der ganzen Welt.�

Erkennt er also noch immer nicht Israels Existenzrecht an?

�Arafats Zugest�ndnis gegen�ber Israel, das er in Oslo gegeben hat, war ein formales Zugest�ndnis. Moralisch und konzeptionell erkennt er Israels Existenzrecht nicht an. Er akzeptiert die Idee von zwei Staaten f�r zwei V�lker nicht. Er mag f�hig sein, eine Art von partieller, tempor�rer �bereinstimmung mit uns zu treffen �obwohl ich auch daran Zweifel hege- aber im tiefsten Grund akzeptiert er uns nicht. Weder er noch die pal�stinensische Nationalbewegung akzeptieren uns.�

Ihre Kritik geht �ber Arafat pers�nlich hinaus und schlie�t auch die pal�stinensische Nationalbewegung als ganzes ein?

�Ja. Intellektuell betrachtet kann ich ihre Logik verstehen. Ich verstehe, dass sie �unter ihrem Gesichtspunkt betrachtet- in Oslo 78 % des historischen Pal�stina abgetreten haben, also geh�rt der Rest ihnen. Ich verstehe, dass dieser Prozess �unter ihrem Gesichtspunkt betrachtet- ein Prozess der Dekolonisierung ist und deshalb wollen sie keine Kompromisse mit uns schlie�en, so wie auch die B�rger des Kongo keinen Kompromiss mit Belgien schlie�en w�rden.�

�Aber nach allem bin ich nach achtmonatiger Verhandlung zu dem Schluss gekommen, dass wir uns in einer Konfrontation mit einer nationalen Bewegung befinden, die ernsthafte pathologische Elemente besitzt. Sie ist eine sehr traurige Bewegung, eine sehr tragische Bewegung, die in ihrem Kern keine M�glichkeit hat, sich selbst positive Ziele zu setzen.�

�Am Ende des Prozesses ist es unm�glich, nicht den Eindruck zu formulieren, dass die Pal�stinenser eben keine L���sung m�chten und dass sie Israel auf der Anklagebank haben wollen. Je mehr sie einen eigenen Staat m�chten, desto mehr prangern sie unseren Staat an. In ihrer tiefsten Bedeutung ist ihre Grundhaltung eine negative.�

�Das ist der Grund, weshalb sie im Gegensatz zum Zionismus nicht f�hig sind, Kompromisse einzugehen: Sie haben n�mlich keine Vorstellung von der Gesellschaft, die sie f�r die Zukunft anstreben und f�r die es sich lohnt, Kompromisse zu schlie�en. Deshalb ist der Prozess f�r sie nicht von Vers�hnung gepr�gt, sondern von Rache und von dem Bestreben, ein Unrecht zu beseitigen und unserer Existenz als j�dischen Staat ein Ende zu setzen.�

�Sind Sie w�hrend der Gespr�che zu dieser Schlussfolgerung gelangt?�

�Ich glaube, das war eine Anh�ufung vieler Faktoren. Es gab mehrere Vorkommnisse, aus denen ich geschlossen habe, dass die Pal�stinenser die losen F�den nicht zusammenschn�ren wollen. Dies erfolgte nicht auf Grund eines b�swilligen Gesamtplans, sondern um die M�glichkeit offen zu lassen, dass jemand in Zukunft  das Ende dieser F�den aufnimmt und versucht, dem j�dischen Staat die Lebensader durchzutrennen.�

�Ich kann mich an drei solche Momente erinnern. Der erste war bei einem Gespr�ch mit Abu Mazen in Camp David. Jossi Ginosar und ich gingen in der Nacht zu ihm. Wir sa�en auf seinem Bett und er sprach in einem angenehmen und sanften Ton �ber die Fl�chtlingsfrage. Je l�nger er jedoch sprach, desto mehr verstand ich, dass es nicht m�glich ist, sich mit ihm �ber eine Schlussformulierung oder eine endg�ltige Zahl zu einigen. Man konnte von ihm keine klare Vorstellung dar�ber gewinnen, wo das Ganze enden w�rde.�

�Einige Monate sp�ter fand ein Gespr�ch mit Arafat  in Gaza statt, bei dem ich ihm erkl�rte, warum die israelische Gesellschaft in ihrer Ablehnung des Rechtes auf R�ckkehr vereint sei. Ich erwartete von ihm, dass er etwas zu unserer Beruhigung und Erleichterung sagen w�rde, doch er zog lediglich diesen bekannten Zeitungsausschnitt aus der Tasche, in dem stand, dass 50% der Einwanderer aus Russland �berhaupt keine Juden seien. Er versuchte nicht einmal, uns gegen�ber irgendwelche Lippenbekenntnisse zu machen.�

�Doch am schwersten war Arafats Reaktion auf Clintons Eckpunkte. Hier waren wir wirklich an die Grenzen unserer M�glichkeiten gesto�en und dies mit einer Regierung ohne parlamentarische Mehrheit und ausreichende �ffentliche Unterst�tzung, mit der Intifada im Hintergrund und einer ablehnenden Haltung von Seiten der Armeef�hrung. In dieser Situation lag die einzige Chance darin, dass ein pal�stinensischer F�hrer mit einer Vision lautstark �ja� sagt und nicht stottert oder murmelt. H�tte Arafat Ende Dezember ein klangvolles �Ja� gesprochen, h�tte er die Regierung Barak und den Frieden gerettet.�

�Er hat Euch ertrinken sehen und keinen Finger ger�hrt?�

�Er hat gesehen, wie wir ertrinken, der Frieden untergeht und die Zeit ausl�uft. In diesem Augenblick habe ich verstanden, dass f�r ihn die Verhandlungen dann beendet sind, wenn Israel am Boden liegt.�

�Das hei�t, der kritische Test fand nicht in Camp David, sondern im Zusammenhang mit den Eckpunkten von Clinton statt?�

�Nat�rlich. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte man behaupten, dass wir nicht genug gegeben h�tten. Doch nachdem die Clinton-Eckpunkte vorlagen und w�hrend der Verhandlungen in Taba waren es schon 100% des Gebietes. Und nur jemandem, der blind und taub ist, konnte entgehen, dass Barak dabei war, die Wahlen zu verlieren. Nur wer blind und taub ist, konnte nicht verstehen, dass wir an einem Abgrund standen. Und trotz alledem haben sie sich nicht bewegt. Auch in Taba haben sie sich nicht bewegt. Auf dem Verhandlungstisch lag ein traumhafter Vorschlag, die Pal�stinenser hatten es jedoch nicht eilig.

Ich kann mich erinnern, dass ich in Taba auf sie blickte und in ihren Gesichtern keinerlei tragische Regung erkennen konnte. Ich bemerkte in ihren Augen keinen Ausdruck des Schmerzes wegen einer verpassten Gelegenheit. F�r mich war das schlimm. Und dieser Eindruck hat sich bei mir eingepr�gt. Das hat letzten Endes dazu gef�hrt, dass ich meine Haltung revidiert und eine neue Beurteilung der Lage vorgenommen habe.�

�Haben Sie eine ideologische Wende vollzogen? Sind Sie infolge des Scheiterns der Friedensverhandlungen zu rechten Schlussfolgerungen gelangt?�

�Auf gar keinen Fall. Ich glaube immer noch, dass wir nicht �ber ein fremdes Volk herrschen k�nnen. Das hat nirgendwo funktioniert und wird auch hier nicht funktionieren. Ich habe auch hinsichtlich der Siedlungen meine Meinung nicht ge�ndert. Es war eine Unversch�mtheit, nationale Energien in perspektivlose Siedlungsaktivit�ten im Herzen einer arabischen Bev�lkerung zu investieren. Auch heute glaube ich, dass die Gr�ndung eines pal�stinensischen Staates eine moralische und politische Notwendigkeit ist. Doch heute wei� ich, dass wir einen Paradigmenwechsel vornehmen m�ssen. In einer gewissen Hinsicht muss man von Neuem beginnen, die Linke aufzubauen. Wir sollten nicht ignorieren, was sich uns offenbart hat: Die pal�stinensischen und islamischen Positionen stellen unser Existenzrecht in Frage. Und wir sollten mit dieser Kultur, die uns dauernd zu immer mehr Zugest�ndnissen zwingt und in den Selbstmord zu treiben droht, nicht fortfahren. Wir sollten vielmehr an dem Punkt inne halten, den wir mit Clinton erreicht haben, und versuchen, diese L�sung mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft umzusetzen. Und wir sollten nicht weiter auf den j�dischen und israelischen Patriotismus verzichten und verstehen, dass die Schuld nicht immer bei uns liegt. Wir sollten sagen, das war�s, bis hierher und nicht weiter. Wenn die andere Seite auch diese essentielle Komponente unserer Existenz vernichten will, werde ich erst recht darauf bestehen.�

� 2001 Botschaft des Staates Israel in der Bundesrepublik Deutschland
 

25.02.02

Zitat

Am 24.02.02 hielt Hillary Rodham Clinton in der Jerusalemer Pizzeria Sbarro ("Jerusalems Ground Zero") eine Pressekonferenz ab:

"Alle wissen, da� f�r die Gewalt, die nach Camp David einsetzte Arafat schuldig ist. Er erzieht die pal�stinensischen Kinder zum Hass auf Juden und zur Nichtanerkennung Israels. Die Gewalt k�nnte auf seine Anweisung hin beendet werden. So wie er die Gewalt gebilligt hat, so kann er sie auch verhindern. Er kann die Anf�hrer des Terrors stoppen und sicherstellen, da� das Gef�ngnis keine Dreht�r ist. Arafat kennt die Terroristen, was sie tun und wo sie sich befinden - und es gibt keine Ausrede, den Terror nicht zu beenden."

20.07.02

Linktip

Der ehemalige Leiter der US-Verhandlungsdelegation in Camp David schreibt �ber die Verhandlungen in Camp David und die Ablehnung eines historischen Angebots durch Arafat:

Barak und Clinton boten Pal�stinensern historisches Abkommen (deutsche �bersetzung)

 

 

 

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