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Ein Bild l�gt mehr als tausend Worte 

Die deutsche Berichterstattung �ber den Nahen Osten, Juden und �ber den Antisemitismus, am Beispiel der S�ddeutschen Zeitung 

Als die Tagesausgabe der S�ddeutschen Zeitung (SZ) am 11. September 2001 die Rotationspressen verlie�, da war der 11.09. auch f�r die SZ noch ein Tag wie jeder andere und ihre Artikel unterschieden sich nicht, von denen anderer Tage: - Die untere H�lfte der Seite drei - der Meinungsseite � belegte Heiko Flottau erneut mit seiner Darstellung �ber Geschichte und Gegenwart des j�disch-arabischen Zusammenlebens in Hebron, - die Nachrichten auf Seite 8 hatten als Leitartikel den Nahost-Konflikt, versehen mit einem dreispaltigen Foto im Kopfteil, das charakteristisch ist f�r Fotos �ber den Nahostkonflikt in deutschen Medien: zwischen bewaffneten israelischen Uniformierten sitzen zusammengekauert drei �rmlich gekleidete Zivilisten und es wird erl�utert, dass Pal�stinenser, die als illegale Arbeiter festgenommen wurden, ins Westjordanland abgeschoben werden. - auf der Seite 9 er�rterte eine Buchrezension Norman Nainmarks Werk �ber ethnische S�uberungen in Europa im 20. Jahrhundert, worin die Schoa ma�geblich besprochen wurde und worin die einzige Zwischen�berschrift �Gegenthese zu Goldhagen� lautete (der im Buch nicht genannt wird). - der Leitartikel der Seite 12 widmete sich der Er�ffnungsfeier f�r das J�dische Museum in Berlin. - die Leserbriefseite brachte vier Leserbriefe �ber das Mahnmal f�r die ermordeten j�dischen Kinder in M�nchen und �ber das j�dische Museum (die restlichen drei bezogen sich auf die Pl�ne f�r das N�rnberger Reichsparteitagsgel�nde), - Der Leitartikel des Feuilletons war ebenfalls dem J�dischen Museum in Berlin gewidmet, - Der dreispaltige Artikel darunter er�rterte die �Deutsch-j�dische Begegnung im Klang aus Chicago� ( und bezog sich auf Daniel Barenboim, der Mahlers Siebte mit dem Chicago Symphony Orchestra in der Berliner Philharmonie dirigierte) und - Auf Seite 19 gab es einen Bericht �Gez�hlt und get�tet� �ber die Volksz�hlung vom 17.05.1939, in der erstmals in den Frageb�gen die Begriffe �Voll-, Halb-, oder Vierteljude� erfasst waren. Mit �ber 450.000 verkauften Exemplaren wochentags und �ber 500.000 an Wochenenden ist die SZ eine der f�hrenden deutschen Tageszeitungen, sie repr�sentiert weitgehend den Mainstream der deutschen Publizistik. Auch die anderen deutschen Tageszeitungen � von Extrembeispielen abgesehen � erachten sich trotz weltanschaulicher Differenzen als weitgehend fortschrittlich und liberal und es werden diese Zeitungen es ebenso entschieden von sich weisen, wenn man ihnen Antisemitismus vorwirft, wie man dies auch von deutschen Politikern und Literaten gewohnt ist. Quantitativ und stilistisch unterschied sich die Berichterstattung �ber den Nahostkonflikt und �ber Juden in der SZ Ausgabe vom 11.09.01 nicht von der sonstigen Berichterstattung zu diesen Themen: In den 300 Tagesausgaben der SZ im Jahre 2001, erschienen insgesamt 2.028 Textsorten (also Nachrichten, Berichte und Reportagen, Kommentare und Leserbriefe) �ber Israel - also fast 7 im Tagesdurchschnitt! - davon allein 388, in denen das Wort Israel schon im Titel des Artikels vermerkt war. Dar�ber hinaus gab es 1.195 Texte �ber Juden (vier im Tagesdurchschnitt)), davon 75, in denen der Begriff Jude im Titel angegeben war (wobei es hier nat�rlich auch �berschneidungen bei den Begriffen �Jude� und �Israel� gab). Die inhaltliche Bewertung hingegen ergibt, dass w�hrend bei der Darstellung von Juden und j�dische Themen der Tatsache Rechnung getragen wird, dass der Antisemitismus offiziell als anr�chig und der Holocaust als verdammenswert gilt, haben die Nahostberichte und Kommentare einen eindeutig antisemitischen Charakter. Diese Fixierung beschr�nkt sich nicht nur auf Printmedien: Laut dem Forschungsbericht vom 15.05.2002 der internationalen Fernsehagentur Medien Tenor beziehen sich in Deutschland (international �berdurchschnittliche) 61% der internationalen Konfliktberichte im Fernsehen auf den Nahostkonflikt, davon haben 81% Israel als Hauptthema. Gem�� der Untersuchung �Media Perception of Israel in international TV-news programmes� desselben Instituts, waren vom 01.10.01 � 31.03.02 von den in diesem Halbjahr in Deutschland ausgestrahlten Berichten �ber Israel 45,2% als negativ, 49,5% als neutral und nur 5,3% als f�r Israel positiv zu bewerten. Wie ist tats�chlich diese Obsession mit einem L�ndchen zu erkl�ren, mit weniger als einem Drittel der Fl�che Bayerns, in mehreren tausend Kilometern Entfernung, das auch im Nahen Osten nur 0,2% der Fl�che belegt und nur etwa 3% der Bev�lkerung der Region hat? Und wie zu den Juden, einem V�lkchen von weltweit nicht mehr als 14 Millionen Menschen? Wieso dr�ngen sich in diesem winzigen Israel mehr ausl�ndische Korrespondenten (und mehr christliche Missionare) als auf dem gesamten afrikanischen Kontinent? Wieso besch�ftigt die Europ�er der Nahostkonflikt mehr als die Kriege in Europa, oder die mit weitaus mehr Menschenopfern verbundenen Konflikte in Kaschmir, Tschetschenien, Ruanda oder am Kongo und warum besch�ftigen sich in Deutschland die Nachkommen der Sudetendeutschen, Schlesier oder der Ostpreu�en mehr mit dem Schicksal der pal�stinensischen Fl�chtlinge als mit dem eigenen, wo doch in beiden F�llen der Zeitpunkt der Flucht derselbe war? Zweifellos, f�r das Christentum � und zunehmend auch f�r die islamische Welt � ist das Judentum weder eine Religion, noch eine Nation, sondern eine paranoide Manie. So personalisiert in unserer exemplarischen Darstellung der SZ vom 11.09.01 Heiko Flottau die Klischees der Not der Araber am Beispiel zweier Familien in der Altstadt von Hebron, sie werden von j�dischen Siedlern drangsaliert, die �sie vertreiben wollen�, sie und ihre H�user werden von den �Siedlern mit Steinen beworfen, der Familienvater von f�nf Kindern war fr�her Gastarbeiter bei den Israelis und leide nun bittere Not. Um die 480 j�dischen Siedler zu sch�tzen, habe die Arme viele Soldaten um sie herum postiert und �ber die Araber der Altstadt eine Ausgangssperre verh�ngt, wodurch sie sich nicht einmal mit Lebensmittel versorgen k�nnten und hungerten. Genannt werden aber nicht nur fiktive Pers�nlichkeiten, sondern auch Lars Tore Kieland, der norwegische Sprecher der Internationalen Beobachtergruppe, die das Hebronabkommen zwischen Israel und der Pal�stinensischen Autonomiebeh�rde (PA) zu beobachten hat. Dieser Herr Kieland habe sich bitter �ber die �Siedler� beschwert, die ihn anspuckten und mit Steinen bewarfen. Die Siedler sind erst nach der arabischen Niederlage von 1967 gekommen, weil sie behaupteten, dies sei altes j�disches Gebiet. Die Juden w�ren 1929 aus Hebron gefl�chtet, nachdem Araber 67 Juden umgebracht haben. Dabei verschwiegen sie, dass arabische Nachbarn etwa 2/3 der Juden versteckten, so dass nicht einmal alle ermordet wurden. Auch waren Juden eine kleine Minderheit und die Araber mussten sich vor der j�dischen Landnahme wehren, so dass ihnen keine andere Wahl blieb als die Juden zu erschlagen. Und da die SZ ihre Informationspflicht gegen�ber ihren Leser ernst nimmt, unterl�sst sie es auch nicht, sie aufzukl�ren, warum die �j�dischen Siedler nach 1967 nach Hebron zur�ckgekommen sind: Um sich zu r�chen!. Deswegen habe auch ein Herr Baruch Goldstein im Februar 1994 �in der Moschee� 29 Araber �ermordet�, wonach er von den �betenden Muslimen get�tet� wurde. Bei einer solchen Berichterstattung und dem st�ndig vorwurfsvollen Hervorheben, in Hebron lebten weniger als 500 Juden unter etwa 120.000 Arabern, deren Schutz nur durch massive Armeepr�senz gew�hrleistet werde, ist es nicht verwunderlich, dass der durchschnittliche deutsche Leser die Anwesenheit einer j�dischen Minderheit unter einer arabischen Mehrheit als etwas frevelhaftes empfindet. Folgerichtig nimmt er es dann auch nicht wahr, dass die in Israel lebenden Araber selbstverst�ndlich nicht bef�rchten m�ssen, dass ihnen auch nur ein Haar gekr�mmt werde, w�hrend das Leben eines jeden Juden in Gebieten mit islamischer Mehrheit nur durch massive Milit�rpr�senz gew�hrleistet werden kann. Charakteristisch im Sinne der SZ Berichterstattung ist, dass anhand fiktiver Beispiele dargestellt wird, wie 20.000 Araber in der Innenstadt Hebrons aufgrund der Anwesenheit von den weniger als 500 Juden angeblich drangsaliert werden, aber unerw�hnt bleibt, dass in den vorangegangenen 11 Monaten seit Beginn der zweiten Intifada, die Juden Hebrons st�ndig von arabischen Heckensch�tzen beschossen wurden. So wurden beispielsweise im Verlauf des Monats vor der Ver�ffentlichung des Artikels ein 11 J�hriger schwer und sein 21 j�hriger Bruder leicht verletzt, als sie vor ihrem Wohnhaus standen. Nur die Ermordung der 10 Monate alten Shalhevet Pass in den Armen ihres Vaters im M�rz 2001, lenkte die internationale Aufmerksamkeit auf die Realit�t des j�dischen Lebens in Hebron. Auch die Darstellung der Auseinandersetzung mit der TIPH � der Temporary International Presence in Hebron � also der Internationalen Beobachterkommission f�r Hebron, ist gelinde gesagt unvollst�ndig: Diese Kommission wurde 1994, unmittelbar nach dem Anschlag Baruch Goldsteins unter der Regierung Rabin gegr�ndet, deren Aufgaben wurden danach im Jahre 1997 in einer �bereinkunft zwischen Israel und der PA best�tigt. Danach war es die Aufgabe der TIPH, Auseinandersetzungen zwischen den Parteien zu �berpr�fen und m�glichst vorbeugend zu schlichten. Die 85 Mitglieder kamen aus L�ndern, die beide Seiten als neutral akzeptierten, u.zw. D�nemark, Schweden, Norwegen, die Schweiz, Italien und die T�rkei. Die vielversprechende Initiative erwies sich aber bald als unergiebig, denn die Araber bezeichneten die Kommission als ineffektiv, w�hrend die Juden ihr Parteilichkeit zugunsten der Pal�stinenser vorwarfen (worin wohl ausnahmsweise beide Seiten Recht behielten). Im Sp�therbst 2000 eskalierten die Auseinandersetzungen zwischen der TIPH und den Juden in Hebron, die die Kommissionsmitglieder beschuldigten, der arabischen Seite Informationen �ber israelische Truppenbewegungen zugetragen zu haben, TIPH Mitglieder und deren Fahrzeuge wurden danach von j�dischen Kindern wiederholt mit Steinen beworfen und bespuckt. Auch wenn dieses Verhalten verwerflich war, so haben Kommissionsangeh�rige danach durch eigene Erkl�rungen die j�dischen Vorw�rfe in einer Weise best�tigt, wie sie ansonsten durch Dritte kaum beweisbar gewesen w�ren: In Schreiben der TIPH Mitglieder an die Au�enministerien ihrer L�nder erkl�rten Sie (unzutreffend), Ziel ihrer Mission sei es gewesen, ausschlie�lich die H2 Zone � also die unter israelischer Kontrolle stehende Zone in der Innenstadt von Hebron � zu �berwachen und da ihnen dies unm�glich gemacht werde, �sei ihre Mission sinnlos geworden�. Ferner erkl�rte Frau Saida Keller, die Schweizer Sprecherin der TIPH, in einem Interview mit der Washington Post, es sei das �Mandat der Organisation gewesen, der pal�stinensischen Bev�lkerung ein Gef�hl der Sicherheit zu vermitteln und dies ist nun unm�glich geworden�. Der im SZ Artikel genannte Lars Tore Kieland (der in Wirklichkeit Kjerland hei�t) best�tigte auf Anfragen von Journalisten, die Fahrzeuge der Kommission w�ren sporadisch auch von Arabern mit Steinen beworfen worden, aber �dies haben wir bei weitem nicht so ernst genommen, denn schlie�lich sei das f�r sie (die Araber) schon so etwas wie ein Volkssport geworden�. Da die Juden ausschlie�lich von der H1 Zone aus beschossen wurden (den Teil Hebrons, der unter der Verwaltung der PA steht) - f�r die sich die TIPH mandatswidrig als unzust�ndig erachtete - und sie sich zugegebenerma�en nur als Interessenvertretung einer Seite empfand, f�hrte sie den Israelis erneut vor, was sie von internationalen Beobachtergruppen zu erwarten haben. Auch historisch ist die Darstellung im Zusammenhang mit der Ermordung eines Drittels der j�dischen Gemeindemitglieder im Jahre 1929 unzutreffend: Zu diesem Zeitpunkt hatte Hebron etwa 20.000 Einwohner, darunter etwa 200 Juden und 120 Samaritaner, deren Gemeinden und Synagogen kontinuierlich schon seit biblischen Zeiten in Hebron bestanden, auch lange bevor es in dieser Stadt Araber gab. Es ist offensichtlich, dass die SZ von ihren Korrespondenten eher einen stilistischen Aufbau erwartet, wie er in journalistischen Seminaren gelehrt wird, als historisch korrekte Darstellungen, mit Folgen, die sich etwa in angels�chsischen L�ndern bestenfalls Boulevardzeitungen leisten d�rften und die von grob fahrl�ssig falschen Darstellungen bis hin zu volksherhetzenden Geschichtsklitterungen reichen. Eine dieser � im wahrsten Sinne des Wortes augenscheinlichsten � Peinlichkeiten unterlief der SZ in der Wochenendausgabe vom 16./17.12.2000. In Heiko Flottaus Bericht �Scheitern im Schatten britischer Kanonen berichtet er �ber ein �exotisch aussehendes Paar�, das bei den Versailler Friedensverhandlungen von 1919 auftrat: den Emir Feisal, Sohn des Scheriffen von Mekka und Chaim Weizmann, Pr�sident des Zionistischen Weltkongresses und sp�ter erster Pr�sident Israels. Dreispaltig wurden die beiden abgebildet: Chaim Weizmann und der sp�tere K�nig Feisal von Saudi-Arabien. Dabei handelte es sich bei dem Feisal, mit dem Weizmann verhandelte und dem sp�teren K�nig von Saudi-Arabien um zwei verschiedene Personen: der erstere geh�rte zum Clan der Haschemiten, dessen Beduinentruppen mit den Engl�ndern im Ersten Weltkrieg gegen die Osmanen k�mpften. Aus Dank wurde er sp�ter als K�nig des neuen britischen Mandatgebiets Irak eingesetzt. Erst in den Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts begann der Reichsgr�nder Abdul Azziz ibn Saud die Eroberung des Hedschas und als sein Sohn Feisal im Jahre 1962 dritter K�nig Saudi-Arabiens wurde, da war Chaim Weizmann bereits tot. Die beiden genannten Feisals geh�rten daher auch unterschiedlichen Clans an, die bis 1958 Todfeinde waren. Auch in diesem Artikel verabs�umte Heiko Flottau nicht auf die Ermordung der 67 Juden in Hebron im Jahre 1929 hinzuweisen, die er damit rechtfertigt, �weil sie (die Juden) die wirtschaftliche Existenz der pal�stinensischen Bewohner gef�hrdet hatten�. Eine aktuellere Geschichtsklitterung leistete sich die SZ im Artikel vom 20.07.02 �Der kurze Triumph eines Volkshelden�, ebenfalls von Heiko Flottau: Demzufolge hat �am 23.07.1952 eine Gruppe von �freien Offizieren� unter ihren damals 34-j�hrigen Anf�hrer (Gamal Abdel) Nasser die marode �gyptische K�nigsmonarchie� gest�rzt. In Wirklichkeit wurden damals die �Jungen Offiziere� von Mohammed Naguib geleitet, der nicht die Monarchie st�rzte, sondern K�nig Faruk zur Abdankung zwang und dessen Sohn Fuad als K�nig einsetzte. Ein Jahr danach setzte Naguib K�nig Fuad ab, rief die Republik aus und wurde ihr erster Pr�sident. Im Jahre 1954 entmachteten die �Jungen Offiziere� im Rahmen eines internen Putsches Naguib und Nasser wurde der zweite Pr�sident �gyptens. Erfahren d�rfen wir in diesem Artikel auch die wahren Ursachen des Suez-Krieges von 1956: Nicht die Verstaatlichung des Suez Kanals und die Milit�raktion Frankreichs und Gro�britanniens zur dessen Wiederbesetzung � der sich Israel anschloss � waren die Ursachen f�r den Krieg, (der israelische Verteidigungsminister Mosche) �Dayan wollte den Krieg�. Auch der Sechstagekrieg von 1967 war ein Krieg den �niemand wollte� au�er eben Mosche Dayan und er entstand dadurch, dass Dayan gezielt die Syrer provozierte, so dass Nasser �unter arabischen Druck die Vereinten Nationen bat, die Beobachter aus �gypten abzuziehen�, auch sei die Verriegelung der Stra�e von Tiran - und damit die Blockade des Meereszugangs Israels nach Afrika und Fernost - f�r Israel nicht lebensbedrohend gewesen, da die Mittelmeerh�fen ja offen standen. Dabei k�nnen heutzutage Zeitungsartikel und Wochenschauen aus arabischen L�ndern noch ohne erheblichen Aufwand eingesehen werden, in denen Nasser fanatisierten arabischen Massen aufruft, Israel auszul�schen und auch der hysterische �T�tet, t�tet, t�tet� Radioaufruf des damaligen K�nigs Hussein von Jordanien, in dem er auch arabische Zivilisten aufforderte, Juden �auch nur mit Messern� zu ermorden ist in die Geschichte eingegangen. Herr Flottau beruft sich bei seinen revolution�ren Geschichtserkenntnissen auf Avi Shlaim, einen der j�dischen �New Historians�, die eine neue Form des j�dischen Selbsthasses pflegen und arabische Presseorgane und sonstige antisemitische Publikationen mit revisionistischen Geschichtsversionen beliefern. Weitergehende markante Ereignisse der �ra Nasser, insbesondere die Gr�ndung der jeweils nach kurzer Zeit gescheiterten �Vereinigten Arabischen Republiken� zwischen �gypten und Syrien, beziehungsweise �gypten und dem damaligen Nordjemen � ebenso wie die abenteuerlichen milit�rischen Eskapaden Nassers und den damit verbundenen Einsatz von Giftgasmunition im Nordjemen � werden nicht erw�hnt, obwohl man bei der Kreativit�t des Herrn Flottau auch da h�tte erwarten d�rfen, dass Israel daran Schuld gewesen w�re. Antisemitische Tendenz der Nahostberichterstattung deutscher Tageszeitungen nun wissenschaftlich belegt Dass man �ber die Nahostberichterstattung der SZ - und die anderer f�hrender deutscher Tageszeitungen - behaupten kann, sie �reproduzierten, so wie sie im Mediendiskurs gedeutet und bewertet werden, einen in Deutschland vorhandenen Antisemitismus und verfestigten ihn�, ist nun aufgrund einer Studie des Duisburger Instituts f�r Sprach- und Sozialforschung der Universit�t Duisburg erm�glicht worden, die im Auftrag des Berliner B�ros des American Jewish Committee eine wissenschaftliche Untersuchung der Berichterstattung in deutschen Printmedien �ber die Zweite Intifada durchf�hrte, �ber die im Juni 2002 eine 32-seitige Zusammenfassung (wovon allein 3 � Seiten den Literaturhinweisen vorbehalten blieb) ver�ffentlicht wurde. Das Institut �berpr�fte f�r die Zeit vom 28.09.2000 (dem Beginn der �zweiten Intifada�) bis zum 08.08.2001 sechs Tageszeitungen die der politischen Mitte zuzurechnen sind (die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter Rundschau, die SZ, der Tagesspiegel, die Tageszeitung und Die Welt) und eine Wochenzeitschrift (Der Spiegel). Die Untersuchung konzentriert sich auf alle publizierten Texte zu vier Ereignissen, n�mlich der s.g. Tempelberg Besuch Ariel Scharons am 28.09.00, den Tod des pal�stinensischen Jungen Mohammed al-Dura am 30.09.2000, die Lynchmorde an zwei israelische Soldaten in Ramallah am 12.10.00 und das Selbstmord Attentat vor einer Diskothek in Tel-Aviv am 01.06.01. Darin gelangt die Studie zur Erkenntnis, dass die Nahostberichterstattung deutscher Printmedien von der Warte einer �rassistischen und ethnozentristischen Perspektive� und einer �paternalistischen �berheblichkeit� gef�hrt wird. �Die Dargestellten werden aus einer vermeintlich unangreifbaren Position von Fortschrittlichkeit ....dargestellt �. Beide Parteien erf�hren �durch den Printmedien-Diskurs vornehmlich massive Negativzuschreibungen, jedoch mit unterschiedlichen Akzentsetzungen �, die �Kritik an beiden Seiten hei�t jedoch nicht Ausgewogenheit� sondern verlaufe eindeutig zu Lasten Israels. Auch das Bild von den Pal�stinensern sei oft von �Antiislamischen Zuschreibungen� gepr�gt, diese bieten �Anschlusspunkte daf�r, die Gewalt als direkt vom Islam hervorgebracht zu interpretieren�. Demgegen�ber sei die Israeldarstellung von �Antisemitischen Diskurselementen� gepr�gt, �die in Deutschland offiziell tabuisiert sind�. Insbesondere bei der Beschreibung Ariels Scharons werden Bezeichnungen genutzt, die �Assoziationen zu bekannten antisemitischen Karikaturen� hervorrufen. Insgesamt wird hervorgehoben: - Scharons s.g. �Tempelbergbesuch� wird einhellig als Ausl�ser der �zweiten Intifada� bezeichnet, �dass dies Teil einer Strategie Arafats gewesen sein k�nnte, wird nicht angesprochen�. - �j�dische Siedler�, Ariel Scharon und die israelische Armee werden durchgehend negativ dargestellt, wie auch stets mit abwertenden Eigenschaftsw�rtern bezeichnet: �radikale�, �militante�, �extremistische und �fanatische j�dische Siedler�, �Bulldozer�, �skrupelloser Machttaktiker �, �unnachgiebig�, �alter Haudegen�, �Schl�chter�, �Krieger�, �gurrender Falke�, �Bulle�, �Kriegstreiber�, �oberster Brandstifter Israels� und �hnliche Bezeichnungen f�r Scharon, �ber dem auch berichtet wird, Demonstranten h�tten ihn �lauthals mit Hitler� verglichen, ferner wird behauptet, er sei f�r die Massaker in Sabra und Schatilla verantwortlich. Israelische Soldaten und die israelischen Armee werden als �hart�, �erbarmungslos zur�ckschie�ende Soldaten�, �Besatzungstruppe, �Kolonisten beschrieben, denen �exzessive Gewaltanwendung�, �brutale Besatzung�, �brutale Massaker am pal�stinensischen Volk� zugeschrieben werden, auch werden bewusst religi�se Assoziationen hervorgerufen wie etwa �ein Trupp Soldaten st�rmt wie eine Kohorte r�mischer Legion�re die Via Dolorosa�. - Ereignisse wie der Tod des pal�stinensischen Jungen Mohammed-al-Dura werden unisono und ungepr�ft der israelischen Seite angelastet, es wurde in diesem Zusammenhang auf die Zahl get�teter pal�stinensischer Minderj�hriger hingewiesen, wobei die Schuld allein dem �brutalen Vorgehen der israelischen Armee� zugeschrieben wurde. Hinweise auf ermordete j�dische Kinder werden relativiert wie �auf beiden Seiten immer mehr Kinder sterben, noch im Tod werden sie f�r die politische Propaganda missbraucht�. - Der Lynchmord an zwei israelischen Soldaten in Ramallah am 12.10.2000 wurde als Reaktion der �aufgebrachten pal�stinensischen Menge�, auf �Scharons Provokation� (den Besuch auf dem Tempelberg) und dem Tod Mohammed-al-Duras relativiert, die Berichterstattung wurde mit den �Vergeltungsma�nahmen� � also der Bombardierung der zwischenzeitlich ger�umten Polizeistation in Ramallah durch die israelische Luftwaffe � gekoppelt. Die Lynchmorde werden in Chroniken eingeordnet durch die eine Eskalationslogik medial deutlich gemacht wird. �Die teilweise sehr drastische Visualisierung der Ereignisse trug ebenfalls mit dazu bei, die Eskalation des Konfliktes zu unterstreichen: Fotos von Steine werfenden .... Pal�stinensern stehen Bilder von israelischen Panzern und Kampfhubschraubern gegen�ber, mit denen gleichzeitig die israelische Dominanz hervorgehoben wird�. - Zur Kritik an Israel werden �fter israelische und pal�stinensische Kritiker/innen hinzugezogen, �eine Kritik von Pal�stinensern an der pal�stinensischen Politik ist dagegen nicht oder �u�erst selten aufzufinden �. Israel wird �fter zugestanden ein demokratischer Staat zu sein, in dem auch kontroverse Meinungen vorherrschen, dabei werden aber nur Ansichten von Israelis zitiert, die im Widerspruch zur offiziellen Regierungspolitik stehen. - Die Diskurselemente im Zusammenhang mit Israel sind eindeutig durch Begriffe des traditionellen europ�ischen Antisemitismus und des christlichen Antijudaismus gepr�gt, �insbesondere die Tatsache, dass die produzierten Texte mit ihren negativen Zuschreibungen immer Anschluss an deutsche historische und aktuelle Diskurse findet, ist zu ber�cksichtigen. Insofern sind solche Texte oftmals dazu geeignet, in deutschen Diskursen vorhandene antisemitische und rassistische Vorurteile zu reproduzieren oder auch erst herzustellen�. Die Nahostberichterstattung der SZ im Vergleich zur Duisburger Medienanalyse Ein Vergleich der ver�ffentlichten Kurzfassung dieser Medienanalyse mit der Nahostberichterstattung der SZ ergibt, dass die SZ dabei eher glimpflich davonkommt: 1) W�hrend die SZ ebenfalls mit Fotos zum Nahostkonflikt aufwartet, wonach fast ausschlie�lich schwerbewaffnete israelische Soldaten unbewaffneten pal�stinensischen Zivilisten gegen�berstehen � ganz zu schweigen von den Fotos, die einzelne pal�stinensische Kinder zeigen, die Panzer mit Steine bewerfen (wohl wissend, dass sie dadurch keine Risiken eingehen) - werden die Karikaturen mit St�rmer Charakter, die in der SZ erschienen sind, im Bericht nicht erw�hnt. Hervorzuheben w�re dabei z.B. die zwischenzeitlich ber�chtigt gewordene Karikatur E.M. Langs vom 02.05.02, in dem Scharon vor einem Leichenberg, der von einem Bagger weggekarrt wird, die Mitglieder einer UN Beobachtermission zur�ckdr�ngt. Eine �hnliche Karikatur vom 16.05.02, zeigt zum Beispiel Scharon auf einem Brett, unter dem wohl ein Pal�stinenser dargestellt sein soll. Generell sind in der deutschen Presse und insbesondere in der SZ � im Gegensatz etwa zu Tageszeitungen aus angels�chsischen L�ndern � nur verunglimpfende Karikaturen �ber Israelis, aber keine �ber Pal�stinenser, islamische Terroristen oder korrupte arabische Politiker vorzufinden. 2) Die im Bericht zitierte Praxis j�dischen und israelischen Kommentatoren Raum zur Kritik an Israel einzur�umen wird von der SZ exzessiv genutzt, es werden dabei Autoren publiziert, die in Israel vollkommen unbekannt sind, wie etwa Cordelia Edvardson und auch von den renommierteren Autoren, wie etwa Moshe Zimmermann, kann behauptet werden, dass sie in Deutschland weitaus bekannter und h�ufiger publiziert werden, als in Israel. W�hrend Scharon von fast 2/3 der W�hler Israels zum Ministerpr�sidenten gew�hlt wurde und er aufgrund repr�sentativer Umfragen weiterhin als ebenso popul�r gilt, werden in der SZ ausschlie�lich j�dische und israelische Kommentatoren ver�ffentlicht, die die Regierung Scharon und ihre Politik diffamieren oder ihr zumindest h�chst kritisch gegen�berstehen � womit dokumentiert wird, dass es der SZ nicht auf einer wahrheitsgetreuen Darstellung der Stimmung am Ort des Geschehens ankommt, sondern dass sie sich Methoden bedient, die bei antisemitischen Publikationen seit mehr als einem Jahrhundert nachweisbar sind, n�mlich dem Zitieren � oft eigens daf�r bezahlter - j�discher �Zeugen�. Unerw�hnt blieb im Duisburger Bericht (in der ver�ffentlichten Kurzfassung) die Bedeutung der Leserbriefe, denen in der SZ eindeutig dieselbe Rolle zugedacht wird, wie den israelikritischen Artikeln j�discher Autoren: Auch hier gibt die SZ vor, Ansichten Dritter vorzutragen, die nicht die Meinung der Redaktion wiederspiegeln, ver�ffentlicht aber so gut wie ausschlie�lich Leserbriefe, die Israel verunglimpfen � mit dem Unterschied, dass hier auf stilistische Feinheiten keine R�cksichten genommen werden m�ssen, da man sich mit den Ausf�llen Dritter nicht identifizieren m�sse. Selbstverst�ndlich soll hier nicht behauptet werden, dass diese unter dem Deckmantel der legitimen Israelkritik ver�ffentlichten Meinungen nicht tats�chliche Leserbriefe darstellten oder gar bestellt w�ren. Schlie�lich werden heute deutsche j�dische Gemeinden mit Briefen �berh�uft, in denen es von unfl�tigen antisemitischen P�beleien nur so wimmelt und auch die �ffentlichkeitsabteilung der Israelischen Botschaft erh�lt an manchen Tagen bis zu 300 solcher Schreiben, Telefaxe und E-Mails, also bei weitem mehr, als die diplomatischen Vertretungen irgendeiner der in Deutschland akkreditierten Gro�m�chte. Aber es gilt sowohl in Kreisen der j�dischen Gemeinde in M�nchen, wie auch in denen der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und der christlichen Freundeskreise Israels in Bayern, dass es absolut sinnlos sei, an die SZ einen Israel freundlichen Leserbrief zu schicken, denn dieser wird entweder nicht ver�ffentlicht, oder er wird soweit verk�rzt und entstellt, dass er oft das Gegenteil von dem wiedergibt, was vom Versender beabsichtigt war. Eine besondere Rolle wurde den Leserbriefen nach den Terrorangriffen in den USA am 11.09.2001 zugedacht: Im Duisburger Bericht gab es einen Hinweis auf eine vom Institut durchgef�hrte kursorische Analyse im Zeitraum vom 12.09.01 bis zum 19.09.01 in f�nf Tageszeitungen, darunter der SZ, in denen auch die Meinung vertreten wurde, der Terror sei eine legitime Waffe der Schwachen, ferner werde sich �Scharon nun legitimiert f�hlen, noch h�rter gegen die Pal�stinenser vorzugehen. Solche Spekulationen gingen in einzelnen F�llen sogar so weit, Israel eine Schuld oder zumindest eine Mitschuld an den Anschl�gen in den USA zu geben�. Die SZ hat bereits am 14.11.01 mit einem Artikel von Heiko Flottau, dessen ellenlanger Titel allen den Weg gewiesen hat wer denn immer schuld sei: �bertitel: �Der Kampf gegen den Terror: Der Fanatismus der Attent�ter hat historische Ursachen�, Haupttitel: �Nah�stliche Verteufelung� und Untertitel: �Terrorismus in der arabischen Welt wird heute oft religi�s legitimiert � seine Geburtsstunde aber war der Kampf gegen die Gr�ndung Israels�. Von da an �bernahmen die Leserbriefe eine markante Rolle in dieser Diskussion - exemplarisch f�r eine gr��ere Anzahl vergleichbarer Leserbriefe bis heute - etwa der Brief eines �85-j�hrigen Nazi-Gegners Prof.Dr. Halhuber vom 14.10.01, der auch Scharons Erkl�rungen mit Hitler Zitaten verglich, Israel Apartheid vorwarf und als Wurzel des Terrors bezeichnete. 3) Im Juli 2002 berichtete die SZ �ber den Gesetzesantrag im israelischen Parlament, Grundst�cke des J�dischen Nationalfonds, die mit Spenden von Juden aus aller Welt erworben und erschlossen wurden, nur an Juden zu �berlassen (wobei die Darstellung in der SZ so verstanden werden konnte, dass arabische Staatsb�rger Israels generell keine Immobilien mehr erwerben d�rften). Dar�ber gab es in der SZ legitime Kritik, es wurde berichtet, dass der Gesetzentwurf von oppositionellen Abgeordneten als rassistisch bezeichnet wurde und er wurde in einem Feuilletonbericht von Moshe Zimmermann in der SZ auch entsprechend kommentiert. Als im Fr�hjahr 2001 in Libanon ein Gesetz beschlossen wurde, wonach Pal�stinenser keine Immobilien mehr erwerben k�nnen und die Immobilien in ihrem Eigentum nicht vererben d�rfen, so war dar�ber in der SZ nie eine Silbe zu lesen. Es kann auch davon ausgegangen werden, dass es dem durchschnittlichen SZ Leser unbekannt ist, dass die Pal�stinenser im Libanon mehr als 100 Berufsverboten unterliegen, so dass sie nicht einmal die Stra�en ihrer Fl�chtlingslager kehren d�rfen und es blieb auch unerw�hnt, dass im Fr�hjahr 2002 als Berufsverbot hinzugekommen ist, dass sie auch keine Taxichauffeure mehr sein d�rfen. Ebenso wenig wird �ber den benachteiligten Status der Pal�stinenser in den anderen arabischen Bruderstaaten, wie etwa Saudi Arabien oder Kuwait berichtet. Kaum einem SZ Leser d�rfte bekannt sein, dass bis zum Friedensvertrag mit Jordanien es in diesem Land (einschlie�lich der annektierten Westbank) Arabern unter Androhung der Todesstrafe verboten war, Immobilien an Juden zu verkaufen und dass die PA dieses Gesetz mit �bernommen hat und es auch ausf�hrt. Die Nahostberichterstattung der SZ und der deutschen Tageszeitungen ist daher h�chst selektiv, die Leiden der Pal�stinenser werden nur im Zusammenhang mit Israel zitiert. Eindeutig geht es diesen Zeitungen dabei nicht um das Leiden der Pal�stinenser, sondern darum, dass die Israelis Juden sind. Die Antisemitismuskritik der SZ im Falle der FDP und M�llemanns Als der Antisemitismus zu einem der Hauptthemen des deutschen Fr�hlings des Jahres 2002 wurde, hat sich die SZ� und hier insbesondere ihr Redakteur Heribert Prantl - entschieden daf�r eingesetzt, die Situation schon dadurch klarzustellen, dass die Dinge beim Namen genannt wurden. Insbesondere hat Heribert Prantl pr�zisiert, dass der behauptete Antisemitismus der FDP Oberen Westerwelle und M�llemann schon deswegen eine Unterstellung war, weil man dadurch bei diesen beiden Herren so etwas wie das Vorhandensein einer Gesinnung unterstellte und dass es nicht hinnehmbar sei, wenn in Deutschland �sterreichische Verh�ltnisse einkehrten und der Antisemitismus � auch unter dem Gewand der Israelkritik � zum Wahlkampfthema werde. Er hat auch in dankenswerter Weise auf die antisemitischen Ausf�lle der Ostermarschierer hingewiesen, wobei diese Ereignisse ihren eigentlichen Platz nicht nur in den Kommentaren, sondern vorrangig auch in den Nachrichten der SZ und der sonstigen deutschen Tagespresse h�tten finden m�ssen. Allerdings gibt es auch da gelinde gesagt einige Widerspr�che bei dem Einsatz gegen den Antisemitismus in der SZ und auch Herr Prantl entwickelte offensichtlich schon nach kurzer Zeit Angst vor der eigenen Courage � m�glicherweise aufgrund der Reaktion, die sich im Zusammenhang mit den �Waschk�rben� an zustimmender Post zugunsten eines M�llemanns ergaben. W�hrend Herr Prantl noch am 15.04.02 brandmarkte, �schon lange nicht mehr war Judenhass, derzeit als Antizionismus verkleidet, in Deutschland so salonf�hig wie heute�, so f�hlt er sich im selben Artikel verpflichtet, dies dadurch zu relativieren, dass er von �berechtigter Kritik an Israel spricht. Dies steigert sich danach in den folgenden Artikeln und in seiner Laudatio anl�sslich der Verleihung des Ossietzky Preises an Uri Avnery am 06.05.2002 bezeichnet er Avnery als den �guten Israeli�, der �einer von denen (sei), die f�r ein anderes Israel stehen�. Nachdem er also das Israel, das anders ist als Herr Avnery, als seiner Achse des B�sen zugeordnet hat, behauptet er auch, Ariel Scharon sei f�r die Massaker in Sabra und Schatilla verantwortlich. Dass Scharon eine diesbez�gliche Verleumdungsklage in den Vereinigten Staaten gegen eine dortige Zeitung bereits vor mehr als einem Jahrzehnt gewonnen hat, kann einen guten Deutschen eben nicht ersch�ttern. Nichts versinnbildlicht so sehr die katastrophale Lage in der sich die Juden und Israel befinden, wie die Tatsache, dass diejenigen, die sich gegen den Antisemitismus einsetzen sich verpflichtet f�hlen, dies dadurch zu relativieren, dass sie sich danach negativ �ber Israel �u�ern. Es bleibe dahingestellt, inwieweit j�dische Repr�sentanten dazu beigetragen haben, indem sie st�ndig betonten, dass Kritik an Israel keinesfalls Antisemitismus sei, so dass man schon gelegentlich den Eindruck gewinnt, manch einer kritisiere Israel nur um zu beweisen, dass er kein Antisemit sei. Gerade aber die Nahostberichterstattung der SZ beweist, wie sehr Israelkritik auch Antisemitismus sein kann, denn die Ma�st�be, die die SZ bei der Kritik Israels ansetzt, werden bei der Bewertung vergleichbarer Situationen nicht herangezogen. Wenn Heribert Prantl in �Juden in Kollektivhaft� vom 17.05.02 erkl�rt, M�llemann lade alle Schuld an der Malaise in Nahost allein auf Israel und Scharon und wenn im SZ Kommentar �der Lonsdale Effekt� �ber M�llemann angedeutet wird, er behaupte entschieden f�r das Existenzrecht Israels einzustehen, ermutige und verherrliche aber diejenigen, die Israel vernichten wollen, so ist beim besten Willen nicht erkennbar, worin sich dieses Verhalten M�llemanns von der Nahostberichterstattung der SZ im Allgemeinen und den Kommentaren eines Heiko Flottau insbesondere unterscheiden, bei dem ja bei jeder Gelegenheit die Schuldfrage eindeutig gekl�rt ist Allein die in den letzten Jahren mindestens dreimal explizit wiederholte Behauptung Flottaus, die Juden Hebrons w�ren nicht deswegen get�tet worden, weil Sie Juden waren, sondern weil sie Zionisten waren, ist bei weitem gravierender, als alles, was M�llemann je gesagt hat: Flottau rechtfertigt damit den Mord an jene Juden, die es wagen f�r sich und f�r das j�dische Volk in Anspruch zu nehmen, was f�r alle andere V�lker eine Selbstverst�ndlichkeit ist, n�mlich Souver�nit�t, eine eigene Heimat und das Selbstbestimmungsrecht. Es ist kein anderer Fall bekannt, in dem die SZ den Nationalismus als ein todesw�rdiges Verbrechen an sich bezeichnet hat, weder im Fall des baskischen, des S�dtiroler, des arabischen, pakistanischen oder jedweden anderen Nationalismus. Diese Behauptung Flottaus unterscheidet sich in nichts von den Behauptungen, die Juden w�ren nicht ermordet worden, weil sie Juden waren, sondern weil sie Christus get�tet h�tten, an der Pest, an vergifteten Brunnen, am verhexten Vieh, an blutenden Hostien oder an Ritualmorde schuld w�ren, weil sie Kapitalisten oder Kommunisten waren oder weil sie minderwertig w�ren. Vielleicht w�re es daher angemessener, Herr Prantl bereinigte vorab die Lage im eigenen Haus, bevor er die Splitter in den Augen anderer entfernt. 

(c)/ Quelle: Heinz Schneier 
Aus: Septemberausgabe von "J�disches Leben in Bayern", dem Organ des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinde in Bayern.

 

 

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